Der Machtmenschler wird 80

April 3rd, 2010

Junge, wie die Zeit vergeht. Helmut Kohl feiert seinen 80sten Geburtstag – nach den Meldungen über seinen Gesundheitszustand fast schon ein Wunder.

Der Aufstieg von Helmut Kohl ist auch die gemeinsame Geschichte meines Aufstiegs. 1983 habe ich meine heutige Frau kennen gelernt. Und damit begann für mich ein Lebensabschnitt, der mich aus dem Sumpf, in dem ich steckte, in eine komfortable Lebenssituation führte.

Insofern gibt es eine innere Verbindung zu diesem Machtmenschen Kohl, von der dieser natürlich keine Ahnung hat. Und meine innere Verbindung zu ihm ist eher ambivalent.

Ja, ich bekenne: ich habe ihn und die CDU gewählt. Obwohl ich ursprünglich aus einem ganz anderen politischen Bereich komme. Bin inzwischen ja selbst in der CDU; nach seinem Abgang 1998; und zwischenzeitlich auch stellv. Vorsitzender des OV Moers gewesen.

Und da ich ihn gewählt habe durfte ich auch über ihn schimpfen über Dinge, die ich nicht so toll fand. Wobei, gleichsam mit seiner Regierungszeit bis 1989 stotterte auch mein Aufstieg. Es lief nicht alles rund und Kohl schien schon am Ende – da wähnte ich mich auch schon.

Dann aber ist dem Pfälzer Saumagen das Glück in den Schoß gesprungen. Die Ostdeutschen erzwangen die Auflösung der DDR und Kohl machte dies zu seiner eigenen “Gechichte”. Die Ausdauer und das Glück halfen dem Dicken – und auch mir.

Die Wiedervereinigung ist Kohls Meisterstück. Auch wenn es viel Kritik an Details gab und vieles eher zusammen gewuchert denn gewachsen ist: Kohls Geschick und Gespür für das Mögliche sowie sein internationales Netzwerk sorgten für die Zusammenführung der beiden deutschen Staaten.

Ab da kam auch das zum Tragen, was Kohl immer schon umtrieb: den Bau des gemeinsamen europäischen Hauses. Dass es den Euro gibt ist nicht zu Letzt das Verdienst von Helmut Kohls Bemühungen. Trotzdem:

Vieles saß Kohl aus – grade innenpolitische Probleme wie Rente, innere Sicherheit, Sozialhilfe sind keine Wahlkampfknüller. Das führte trotz der, zu spät, in Angriff genommenen Reformen zur Ablösung nach über 16 Jahren Kanzlerschaft 1998 durch Gerhard Schröder. Der im übrigen vieles von Kohl Reformen (800 Mark Jobs bis zur Rentenreform), die er kassierte, wieder in leicht anderer Form einführte.

1998, spätestens, trennten sich auch die Gemeinsamkeiten der “Gechichte” Kohls und mir. Kohl demontierte sein Verdienst durch die Spendenaffäre und seine Ansicht, ein gegebenes Wort zählt mehr als das Recht.

Nichts desto trotz: Im Ausland zumindest weiß man Helmut Kohl zu schätzen, was zu unzähligen Auszeichnungen u.a. geführt hat. Und, nicht zu unterschätzen, zu diesem Blogeintrag. ;)

Also: Alles Gute zum 80. Und bitte nicht zu einem Selbstdarsteller wie dein Vorgänger werden….

Helmut Kohl wird 80: Der Machtmenschler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Anfang und Ende

März 31st, 2010

Je älter man wird desto lichter werden die Reihen.

Nun ist er zu Ende, der März. Dieser Monat ist dieses Jahr kein schöner Monat. Er fing mit Tod an und endet ebenso. Während Anfang März mehr oder weniger überraschend unser Kater Dexter starb war es jetzt am Ende wesentlich dramatischer. Meine Schwägerin starb nach längerem Kampf an Krebs.

So ein elendiges sterben auf Raten ist eigentlich unwürdig – so einem Tier kann man eine Erlösungspritze geben und das Leiden abkürzen. Bei einem Menschen ist das, jedenfalls hier zu Lande, nicht möglich. Teils aus nachvollziehbaren Gründen. Wobei meine Schwägerin ja eigentlich nicht gehen wollte – lieber sogar noch etwas mehr Zeit hätte haben wollen.

Morgen also wird sie beerdigt. Und wieder ein Mensch weniger auf Erden, zu dem man eine Beziehung hatte. Die Reihen lichten sich und man selbst kommt wieder zum nachdenken über die eigene Endlichkeit.

Das Leben kann ganz schnell vorbei sein. Daher habe ich mir schon angewöhnt, die Dinge, die ich tun möchte, auch zu tun. Das zu machen, was mir gut tut. Und mit meinen Mitmenschen in Frieden zu leben, nichts offen zu lassen. Vielleicht fällt dann das Loslassen leichter.

Der April fängt mit einer Beerdigung an. Hoffentlich endet er schöner.

Wahlkampf NRW

März 13th, 2010

Jetzt geht er langsam los, der Wahlkampf in NRW. Die einzige Wahl in Deutschland 2010 ist ja die Landtagswahl in NRW am 9. Mai. Also in gut zwei Monaten. Und es geht nicht nur um die Zukunft der Rüttgers-Regierung.

Was die Wahl in NRW so interessant macht ist die Tatsache, dass ein Ergebnis abseits von Schwarz/Gelb die knappe Mehrheit im Bundesrat stürzt und damit ein “Durchregieren” der Berliner Koalition nicht mehr funktioniert; sowie die Klärung der Frage, ob sich die SPD wieder erholt hat und es tatsächlich schafft, die CDU in NRW zu überholen.

Dabei ist es nicht Verdienst der SPD, so dicht an die CDU  heran gekommen zu sein. Die CDU hat ihr Scherflein dazu beigetragen, mehr noch aber die FDP und ihr Chef Westerwelle. Neben dem leidigen Thema Sponsoring, bei dem die SPD allerdings aus dem Glashaus mit Steinen schmeißt, sind es ja die Äußerungen Westerwelles zu Harzt IV sowie die Steuergeschenke an das Gaststättengewerbe mit leichten Geschmäckle über die Verbindung seines Partners Mronz.

Die SPD tut sich schwer wirklich Kapital aus dieser Schwäche zu schlagen. Der Vorsitzende Gabriel redet mehr Amok ohne Sinn als es der Partei gut tut und die Rüttgers-Herausvorderin Kraft sind anscheinend schon die Sinne geschwunden. Denn anders scheint es kaum erklärbar, dass sie sich zum Thema Harzt IV so geäußert hat wie sie es tat. Und wild zurückrudern muss.

Die CDU konzentriert sich stark auf die Kraftilanti-Kampagne – und wird damit ein Eigentor schießen. Niemand möchte hören wie böse der politische Gegner angeblich ist. Eine hohe Meinung hat der Bürger von seinen Politikern ohnehin nicht.

Was man erwarten könnte: Die CDU trägt mal vor, was sie alles geschafft hat in diesen 5 Jahren, was nicht ganz so gut lief (gefühlte 100 Jahre SPD-Macht in NRW lassen sich nun mal nicht in 5 Jahren wegregieren) und was sie in den nächsten 5 Jahren schaffen möchte und die SPD erklärt halt, was daran Mist ist und wie sie es besser machen wird. Punkt.

Aber da müsste man ja über Inhalte sprechen. Und das geht im Wahlkampf ja nun mal gar nicht.

Wahlkampf: Gabriel rechnet in NRW nicht mit Schwarz-Grün - Politik - DerWesten

Rüttgers-Club: Rent a MP oder…

Februar 22nd, 2010

… wer mit dem Finger auf einen zeigt sollte wissen, dass drei auf einen selbst zeigen.

So unüblich soll es ja nicht sein, dass Parteien sich sponsern lassen. Auch die Parteitage, die Unsummen kosten, müssen finanziert werden. Und ähnliche Ideen wie die CDU NRW haben die anderen Parteien schon längst. Einmalig ist wohl aber, dass man sich Redezeit mit einem Minister(präsidenten) kaufen kann..bzw. konnte. Das hat leicht ein Geschmack von Käuflichkeit. So etwas kann sich nur die FDP leisten, nicht aber eine CDU. Immerhin mit einem “C” im Namen.

Bauernopfer ist natürlich der Generalsekretär Hendrik Wüst – immerhin trägt er in dieser Funktion die Verantwortung und  ist nicht das erste Mal aufgefallen. Aber dass ausgerechnet der Parteichef und MP Rüttgers nichts wusste?! Politikerdemenz oder ist der Mann so blauäugig?

Nichts desto Trotz – da in Düsseldorf sitzen alle im Glashaus. Und sollten mal kleine Brötchen backen. Ungesponsert.

Sponsoring-Affäre: Rüttgers immer stärker unter Beschuss (Focus)

Nervöse FDP stoppen

Februar 7th, 2010

Nach den üblichen 100 Tagen kann man ja jetzt endlich über die Qualität der Schwarz-Gelben Regierung lästern- das war bislang nur ein Privileg der Koalitionspartner, hier insbesondere die FDP und die CSU.

Und da fällt mir doch glatt auf: es gibt nichts zu mäkeln. Denn die machen nichts außer sich zu streiten. Die hatten zwar irgendwas in den Koalitionsvertrag geschrieben aber genau weiß wohl niemand was drin steht. Zu besoffen vom Wahlerfolg.

Nun wendet sich das Blatt. Nicht mehr lange und die FDP darf wieder fürchten dass sie die 5% – Hürde schaffen. Und jetzt laufen die Amok. Versuchen ein Profil hinzukriegen.

Nein, Traumpartner sind die Unionsparteien und die FDP nicht. Denn es liegen Welten zwischen einer Freien Markt Partei und einer im sozialen verankerten Volkspartei. Vor allem, nach dem die Volkspartei infiziert wurde in einer Großen Koalition.

Die wünscht man sich fast schon wieder zurück. Da kann Merkel auch wieder als Moderatorin werkeln. Jetzt braucht es aber einen RegierungsCHEF. Und das kann Merkel anscheinend nicht.

Trotzdem: die Grünen bringen sich, auch in NRW, als Partner ins Spiel. Wohl sinnvoller als vieles andere. Vor allem das Kasperletheater zur Zeit.

Krisengipfel: Nervöse FDP will den freien Fall stoppen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Gedenken - bitte?

Januar 27th, 2010

Es gibt viele Gedenktage da fragt man sich schon nach einem Sinn. Zumindest geht die eigentliche Bedeutung verloren, wenn dieser Gedenktag schon älter ist. Manchmal kommen neue dazu, wie eben der Heutige. Und den hätte es eigentlich schon wesentlich eher geben müssen.

Erst 1996 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog per Deklaration den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. In anderen Länder wie Israel oder England, wurde der Tag schon wesentlich früher begangen. International als ein solcher Gedenktag wurde er durch die UNO erst 2006.

Dabei geht es an diesem heutigen Gedenktag nicht nur um die 6 Mio. jüdischen Opfer, sondern auch um die etlichen Millionen andere, die Opfer der nationasozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 wurden. Dieses barbarische System folterte, mordete aufs übelste. Was leider nicht eine Einzelstellung in der Geschichte bedeutet - das kennen wir aus der älteren Geschichte ebenso wie aus der neueren. Von Stalin über Mao bis Saddam Hussein geht die illustre Runde bösartiger Diktatoren und ihrem Regime, die Menschen systematisch vernichten, weil diese nicht in das System passen. Die Einzelstellung hat Deutschland dadurch, dass die ganze Tötungsmaschinerie bürokratisiert und industrialisiert von Statten ging. Das erhöht den Schrecken nochmals.

Sicherlich ist das heutige Deutschland ein völlig anderes. Dennoch darf nicht vergessen werden, was damals geschah. Und dazu gehört auch das Gedenken an die Opfer. Und irgendwann auch an die vielen Opfer aus vielen anderen Diktaturen. Vielleicht bietet dieses Innehalten auch mal die Gelegenheit, ernsthaft über den Einsatz von Truppen in Afghanistan und Irak nachzudenken. Denn dort sind ebenfalls Opfer, die Hoffnung haben dürfen. Weil andere für sie eintreten. Damals hat Zurückhaltung den Terror und den Krieg erst möglich gemacht.

Gekommen um zu gehen

Januar 25th, 2010

48 bin ich nun. Im Umkehrschluss also 84, macht unter dem Strich also 36. Dafür sehe ich alt aus und beantrage jetzt einen Rollator.

Man könnte es ja unter dem Motto sehen, dass wir aus der Ewigkeit gerissen wurden um die Sterblichkeit auszukosten. Ob das Leben wirklich ein Geschenk ist stellt sich meist am Ende raus. Und durch unzählige Untergangspropheten wissen wir: Das Ende ist nah. Immer und überall.

Schon zu oft wähnte ich mich am Ende. Wär hätte vor 30 Jahren allein gedacht dass ich da stehen werde wo ich heute stehe? Ich am wenigsten. Als meine Kinder mir heute morgen zum Geburtstag gratulierte war ich entsprechend gerührt. Wie jedes Jahr, in dem sie mir gratulierten. Und meist etwas Selbst gemachtes schenkten. Früher, als sie noch klein waren.

Vor 30 Jahren wollte ich keine Kinder; Familie gar. Allein weil ich Angst hatte so wie meine “Eltern” meinen Lebensfrust an sie auszulassen. Meine eigene verkorkste Kindheit wollte ich nicht an eigene Kinder übertragen – wie es ja meist passiert. Heute sind Daniel und Alina das größte Geschenk dass ich je bekommen habe. Und gewaltfrei erzogen richtig tolle Menschen geworden. Dazu eine Frau, die mich liebt und auch mit mir durch alle Tiefen gegangen ist.

Was also will ich mehr zum Geburtstag? Im alten Rom wäre ich ein alter weiser Mann gewesen. So bin ich halt nur ein alternder Sack.

Kulturlandschaft Ruhr

Januar 11th, 2010

Die Eröffungsfeier suggerierte sehr hautnah, was das Ruhrgebiet ausmachen soll: Stahlhart mit Herz. Trotz Unwetterwarnung und Minustemperaturen wurde die Feier durchgezogen. Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt.

Im Prinzip bestand Kultur im Ruhrgebiet aus der Pflege der Pilskultur; ein gutes Pils braucht sieben Minuten und zischt nach der Schicht erst so richtig. Was natürlich Unsinn ist. Aber das Ruhrgebiet ist in der Wahrnehmung eher Malocherrevier denn Kulturregion. Ruhr 2010 soll das ändern. Denn das Ruhrgebiet bietet schon vielfältiges. Vom hochkarätigen Kabarett über dem Arbeitertheater bis hin zur Oper bietet das Revier auch viel Subkultur.

Aber was ist dieses Ruhrgebiet? Sind es die 53 Städte, die sich als “Local Heroes” über das Jahr verteilt präsentieren? Ist es ein flüchtiger Gedanke? Ist es tatsächlich die Region zwischen Kamp-Lintfort und Dortmund, von Hagen bis Recklinghausen?

Der Kreis Wesel hatte schon Probleme sich zum RVR (Regionalverband Ruhr) zu bekennen. Duisburg sieht sich inzwischen weniger als Stadt Montan denn als City of Trade. Würde eher in einer Rheinschiene mit den Häfen von Krefeld, Düsseldorf und Köln kooperieren. Die umliegenden Kreise wie eben Kreis Wesel und Recklinghausen sähen sich auch im Bereich Niederrhein bzw. Münsterland zu Hause. Und Gelsenkirchen und Dortmund geht ja nunmal gar nicht - zumindest im Fußball.

Nun hat das Land NRW eben die Regionalplanung für das Ruhrgebiet von den zuständigen Bezirksregierungen auf den RVR übertragen. Damit ist schon klarer umrissen, was man unter Ruhrgebiet versteht - oder verstehen will. Nächster Schritt wäre dann also die Neueinteilung in entsprechende Verwaltungsbezirke mit einer Art Bezirksregierung Ruhrgebiet und zwei weiteren in Westfalen  und Rheinland. Und dabei liegt das Ruhrgebiet in beiden Regionen. Nun, der Gedanke liegt eher auf Eis - aber die Idee, eine Ruhrstadt zu gründen, geistert auch noch herum.

Das Ruhrgebiet ist durch Stahlkocherei und Steinkohleabbau erst das gworden was es heite ist: ein riesiger Moloch. Aus den kleinen Bauerndörfern und den Handelsstädten an Rhein und Ruhr  wurde ein von Schwerindustrie geprägtes Gebiet, dass in seiner Infrastruktur entsprechend angepasst war. Die Probleme kamen dann auch mit dem Strukturwandel durch das Ende der Kohleförderung und dem Niedergang der Stahlindustrie.

Bei dem allem gab es nie eine übergeordnete Identifizierung der dort lebenden Menschen mit dem “Pott”. Erst seit den 1980er Jahren mit Identität stiftenden Filmen von Winkelmann wie “Die Abfahrer” oder die “Theo”-Filme mit Westernhagen (der mit dem Ruhrgebiet als Düsseldorfer eigentlich gar nix zu tun hat) oder auch die “Schimanski”-Tatorte mit Götz George zeigten den Menschen dass es ein Ruhrgebiet gibt. Ließen sie sich als “Ruhrie” fühlen. Dazu kam immer mehr Kabarett, dass die Lebensweise des Ruhrgebietsmenschen in den Mittelpunkt stellten (Affentheater, Misfits usw).

Dennoch: Das Ruhrgebiet blieb, und wird wohl absehbar bleiben, eine Ansammlung eignständiger- und sinniger Städte und Dörfer, die nur schwer zu Einander finden. Da wird auch die Kulturhauptstadt nicht drüber weg täuschen. Dennoch macht Ruhr 2010 Appetit auf das Ruhrgebiet. Und vielleicht findet die Region ja doch noch zu einer eigenen Identität.

Link: Ruhr 2010

So war’s wirklich

Januar 2nd, 2010

Der “Rheinische Merkur”, eine eher aus dem Katholizismus kommende wöchentliche Publikation, hat einen interessanten Rückblick auf ein bedeutendes Jahrzehnt veröffentlicht.

Nicht, dass vorangegangene Jahrzehnte nicht bedeutend gewesen wären – aber in der Tat gab es gewaltige Umwälzungen. Das Ende des Kommunismus und der Siegeszug des Kapitalismus ab 1989 bedeutete mehr Elend auf der Welt als zuvor. Am Ende des letzten Jahrzehnts zeigte sich dann, wie der Kapitalismus sich selbst verzehrt. Und die Zeugen Mammons zeigten sich irritiert.

Völlig verstörend war der Kriegszug radikaler Islamisten. Die Zerstörung des Wahrzeichens des Kapitalismus läutete ein Jahrzehnt unter dem Zeichen des Terrors ein. Begleitet von einer anderen Terrorart: Der Digitalisierung des Menschen. Unter dem Vorwand der Terrorabwehr wird der Mensch immer durchsichtiger.

Dabei ist man in der Lage, diesen so zu formen, wie man ihn will. Den die Gen-Technik ist dazu in der Lage – und was man machen kann wird man auch machen. Wenn es nicht schon passiert ist.

Und natürlich wird immer deutlicher, dass die Natur zurück schlägt. Der Klimawandel ist ein Thema geworden – mit vielen Fehlinformationen, die der Unwissenheit über Zusammenhänge geschuldet bleiben. Vielleicht merkt der Mensch, dass er nicht allmächtig ist.

Ein neues Jahrzehnt also beginnt. Und damit die Hoffnung, dass sich vieles positiv entwickelt. Eine Dekade ist für den Menschen eine lange Zeit. Ob er sie nutzt?

::merkur.de (Rheinischer Merkur): 2009_52.So war’s wirklic::

Besinnliche Zeit

Dezember 23rd, 2009

Ja, es ist schon wieder Weihnachten. Kommt überraschend, ich weiss. Aber, liebe Männer, hl. Abend ist meist noch bis 13 Uhr geöffnet – und Parfümerien und Schmuckgeschäfte sowie Süßwarengeschäfte haben Notpakete bereit stehen. Keine Sorge also.

Wie gut, dass ich schon alles habe. Trotzdem: Ist Weihnachten jetzt eine Erfindung des Einzelhandels oder doch eher ein religiöses Fest? Ich mein, wenn man sich gegenseitig eine Freude macht weil Gott uns auch was geschenkt hat, nämlich sich….. Naja, ich habe so meine Probleme mit diesem Fest. Ich sehe es als Gelegenheit, Ruhe in der Familie zu finden und zur Besinnung insgesamt.

Und es ist Zeit, sich auf das vergangene Jahr zu besinnen. Rückblicke allerorten. Nun, ist ja auch einiges passiert – wie jedes Jahr. Wenn nichts mehr passiert war Weltuntergang und es ist 2012. Neben privaten Verbesserungen und Stabilisierungen war 2009 insgesamt wirklich gut. Und ich habe es endlich geschafft, meine Blogs auf einen eigenen Content zu ziehen. Und wenig genutzt, weil ich zum einen Facebook entdeckt habe und zum anderen mein altes Laptop nicht  mehr so konnte wie ich wollte. Jetzt, mit neuer Rechnerstärke, geht es auch hier weiter. In 2010.

Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.