Archive for November, 2009

Steuermann und Steuerfrau

Sonntag, November 29th, 2009

Angeblich ist die Regierungskoalition ja eine Liebesheirat. Lange schon hat FDP-Chef Westerwelle um Bundesmutti Angela Merkel geworben. Für einen ausgewiesenen Herrenreiter schon bemerkenswert. Doch erst erwidert Merkel das Werben der SPD – und jetzt stellt sich heraus, das die CDU sozialdemokratischer gefärbt ist als sich die FDP das vorgestellt hat.

Einen Koalitionsvertrag gibt es nach langem Verhandlungsmarathon natürlich – abgesegnet durch die (CDU/FDP) Bundesländer. Und die sind jetzt, ganz plötzlich , mit den Steuer”geschenken” der Regierung nicht einverstanden. Wobei…. Die CDU ist realistischer als die FDP. Aber die Steuer..naja, reform ist ein Zugeständnis an die FDP. Und die Länder sowie die Kommunen sollen es ausbaden.

Daher ist die Ablehnungshaltung der Länder zu verstehen. Aber sie haben dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Und nach der Pleite mit Jung kann sich die Regierung keinen weiteren Flop leisten. Insofern ein Pseudo-Donnerwetter. Letztendlich wird alles so durchgezogen wie beschlossen. Ob es Sinn macht oder bezahlbar ist: Egal.

Technorati-Tags: ,,

Kunstleben

Samstag, November 28th, 2009

Ist es heutzutage noch ein echtes Leben? Oder bestimmt die virtuelle Welt unser Sein – und ist es noch eines?

Internet, Web 2.0, Nintendo, PC-Spiele, Facebook, Twitter…. und das ist bei weitem nicht alles. Wann kommt der Zeitpunkt, wo dies alles in unsere Gehirne implatiert wird? Ich denke an einen Song und schon “höre” ich ihn. Natürlich wird dann auch gleich ein Euro von meinem Konto abgebucht.

Noch findet echtes Leben statt. Aber die Flucht in eine virtuelle Wirklichkeit wird immer mehr genutzt. Und damit wird sich die Gesellschaft erheblich wandeln.

Wenn ich mein Facebook anschaue, dann habe ich mehr “Freunde” als im echten Leben. Was aber auch gewollt ist – echte Freunde sind nun einmal rar. Rar im Sinne von selten und nicht als Pack-Datei. Ein Tag sind 24 Stunden Leben und keine Kennzeichnung eines Blog-Beitrags.

So, und diesen Beitrag schreibe ich nur, weil ich testen will, wie meine neuen Hilfsprogramme funktionieren. Und darunter auch ein Live-Writer.

<Digimax D53> Meine Hifi-Marke

Die im Dunkel sieht man nicht.

Dienstag, November 24th, 2009

Vorschlag für eine neue Kampagne, mit dem Sound von Rammstein: “Ohne Licht kannst du nicht sehen, ohne Licht; Ohne Sicht bist du verloren, ohne Sicht” nach der Melodei “Ohne Dich”. Kampagne: Nie Radfahren ohne Licht. Fällt mir immer öfter auf, dass Radfahrer ohne Licht durch die Dunkelheit fahren. Trotz Nabendynamo. Und werden kaum gesehen. Und jammern dann, wenn es sie erwischt - wenn sie dennn noch jammern können…

Das allertollste: diese Menschen tragen auch noch dunkle Kleidung. Und sind damit faktisch unsichtbar für andere Verkehrsteilnehmer, egal, ob Fußgänger, Autofahrer oder andere Radfahrer. Zur Krönung fahren sie dann auch noch auf dem Fußweg in die Gegenrichtung und ohne zu schauen biegen sie ab - quer über die Strasse. Mich wundert nicht, wenn es dann zu Unfällen kommt.

Durch i.d.R. rücksichtslose Fahrweise bringen diese Radfahrer alle “ordentlichen” in Verruf. Und sorgen irgendwann dafür, dass es Führerscheinpflicht für Radfahrer gibt. Un dich ärgere mich wieder sinnlos über diese ignoranten Radler. Naja, wäre mal eine schöne Idee für eine Kampagne. Die Polzei in Krefeld hat nach der Niederrheinausgabe der WAZ die Schnauze voll und teilt jugendlichen Radlern, die entsprechend radeln, mit, dass sie es Leid sind, sie von der Strasse zu kratzen und ihren Eltern zu sagen, dass die nächste Feier eine Beerdigung ist. Unterstützt von einschlägigen Fotos. Ob es was nutzt?

Herbstzeit

Mittwoch, November 11th, 2009

Der Herbst ist so eine sonderbare Jahreszeit. Das Altern der Menschen wird als “Herbst des Lebens” bezeichnet. Weil man langsam, aber stetig stirbt. Jeden Tag ein wenig mehr. So wie die Natur auch. Zeit auch für viele, sensible Menschen, Depressionen zu bekommen. Meist auch als “Herbst-Depression” bekannt. Und so manch einer setzt seinem Leben ein plötzliches Ende.

So auch Robert Enke. Mit grade Mal 32 Jahren. Einer der besten, wenn nicht sogar der beste Fußball-Torhüter Deutschlands. Gutes Einkommen, vermögend, schöne Frau, Kind…. Glücklicher kann man doch wohl nicht sein?! Und dann sieht man die Schläge, die der doch sehr sensibel und verletzlich wirkende Enke einstecken musste. Die berufliche Karriere lief nicht immer rund. Die Tochter Herzkrank und plötzlich im Alter von 2 Jahren gestorben. Die Karriere dann doch auf dem Höhepunkt - und vor dem Triumph ausgebremst durch Krankheit. Es gibt Menschen, die ihrem Leben wesentlich früher beenden. Enke schien dass alles wegzustecken.

Doch tief drin sah es wohl doch anders aus. Um so geschockter die Öffentlichkeit.

Normalerweise nehme ich den Freitod auch von prominenten Menschen als gegeben hin. Muss ja jeder selbst wissen ob er leben will oder nicht. Jeder hat so seine Grenzen, die nicht überschritten werden sollen. Krankheit, Verlust von Menschen, Einsamkeit, Perspektivlosigkeit - nur einige Gründe, warum Menschen nicht mehr weiter leben wollen. Das ist zu respektieren - und doch. Meist ist es leichtsinnig weggeschmissen, dass Leben. Mit ein wenig Hilfe fasst man Mut - und das Leben ist doch wieder lebenswert. Doch zu oft ist der Suizid ein Spontantat. Wie bei Robert Enke wohl auch. Und da kann man niemanden mehr erreichen.

Mir tun die betroffenen Menschen leid. Der Zugführer, die Ehefrau, die Adoptivtochter. Aber auch die Kollegen bei Hannover 96, der Nationalmannschaft. Menschen, die große Stücke auf Robert Enke gehalten haben. Und nun verstört zurück bleiben.

Und weg war sie

Montag, November 9th, 2009

Und wieder ist der 9. November. Und wieder könnte ich die Dramatik dieses Datums für die Deutschen beschreiben. Aber warum eine Rammsau durchs Dorf treiben, das überlasse ich den Ramsauern.

Der 9. November 1989 ist ein Glücksfall der Geschichte. Nicht nur für die Deutschen. Denn endlich fiel das letzte Symbol einer unerträglichen Teilung der Welt, und nicht  nur der Deutschen, in den Orkus der Geschichte. Während die Polen mit der Befreiung von einem menschenverachtenden System angefangen haben und, begünstigt durch die russische Perestroika, die anderen europäischen Ostblockstatten folgten, blieb die Nomenklatura in Ost-Berlin hartnäckig. Obwohl immr mehr DDR-Bürger über die sozialistischen Brüderstaaten flüchteten. Allein die Szene in der Prager Botschaft waren beeindruckend.

Doch die Geschichte holte auch diese Sturköpfe ein. Ende Oktober bis Mitte November 1989 überschlugen sich die Ereignisse, die letztendlich zum Fall der Mauer führten. Dank der Beharrlichkeit der ostdeutschen Bevölkerung. Und vielleicht auch, weil einige der Führung, die sich zu erneuern versuchte, hellsichtig genug waren, die Segel zu streichen und damit einen unblutigen Umsturz zu ermöglichen. Es hätte auch anders kommen können.

Jedenfalls weiss ich noch, wie ich im Radio die Meldung hörte, die Mauer ist auf. Und das meiner Frau sagte, die das nicht glauben wollte. Immerhin hatten wir ja auch Verwandschaft “drüben”. Und dann lief es uns bei den ersten Bildern aus Berlin eiskalt den Rücken runter. Zweimal hatte ich dieses Monstrum namens Berliner Mauer live erlebt. Und nie akzeptiert, dass es so etwas gibt. Und nun das. Dabei war mir wurscht, ob es ein oder zwei deutsche Staaten geben würde.

Und von heute aus zurück geblickt: Die folgende Einheit verlief vielleicht nicht reibungslos, wurde teuer. Aber sie ist gelungen. Und sie normalisiert sich weiter. Und dass macht den 9. November 1989 doch positiv.

Website zum Mauerfall

Verdammte dieser Erde

Freitag, November 6th, 2009

Kaum denke ich es geht voran, schon geht es bergab. Wie immer. Opel schien gerettet - schon funkt die erholte GM dazwischen. Sicher, Magna hätte Stellen gestrichen, Werke geschlossen, Insolvenz angemeldet. Aber bei GM wir es wohl eine Insolvenz geben, Stellen gestrichen und Werke geschlosssen. Und die Politik steht daneben und staunt nur. Ach, die meinen dass alles ernst?! Ist doch kein Spiel? Doch, aber ein ernstes Spiel. Und die Amis können besser bluffen. Und wo man Geld rausziehen kann, da wird auch rausgezogen.

Dafür ist der Krieg in Afghanistan endlich ein Krieg. Was er vorher nicht sein durfte. von Guttenberg richtet es schon. Und die Bombardierung afghanischer Zivilisten wird da als Kollataralschaden abgenickt. Im Krieg passiert so was schon mal. Da sind uns die Amis auch weit voraus.

Und die Schweinegrippe…Gut, eine Vögelgrippe wäre mir auch lieber. Aber komisch ist es schon, dass, wo der Impfstoff da ist, sich keiner impfen lassen will und plötzlich Erkrankungs und Todesfallraten explodieren. Man könnte ja eine Verschwörungstheorie aufstellen - aber ich denke, dass Impfmittel ist bestellt und muss jetzt weg.Ohne mich. Imfpungen sehe ich immer mit gemischten Gefühlen entgegen.

Und immer öfter läuft irgendwer Amok. Sogar Psychologen schließen sich an. Im aktuellen Fall glücklicher Weise ein Muslim - da lassen sich dann wenigsten Vorurteile pflegen. Wobei man sagen muss: Als Einzelgänger hat er effektiver gearbeitet als so manch Sprengstoffgürtel-Fetischist.Jedenfalls wundere ich mich nicht mehr, dass Filme wie Emmerichs “2012″ Kassenknüller werden - man erwartet die Katastrophe sehnsüchtig und bereitet sich vor. Und richtig: Die Menschheit scheint das Krebsgeschwür der Erde zu sein - nur eine Totaloperation kann sie retten.

So, jetzt habe ichmeine Herbstdepression rausgelassen. Fühle mich gleich viel schlechter.