Archive for Juli, 2009

Es macht doch nicht wumms!

Freitag, Juli 31st, 2009

Für alle Pyromanen Und Knalleffektfreunde: Das Werk in Frankreich, dass die ehehmaligen Beschäftigten in die Luft sprengen wollten, wenn nicht ordentliche Abfindungen gezahlt würden (Credo: wenn wir nichts kriegen kriegen die auch nichts), wird nun doch nicht gesprengt. Die Ex-Arbeiter erhalten von ihrer Firma eine höhere Abfindung - als Gegenleistung sprengen sie das Werk nicht wie angedroht in die Luft.  Kommentar des Innenministeriums: “Der soziale Dialog hat gewonnen.”

Urlaub, die Zweite

Mittwoch, Juli 29th, 2009

Nun habe ich schon zwei kleine Radtoren gemacht. Für Niederrheinurlauber sehr empfehlenswerte Strecken. Gestern ging es von Moers nach Neukirchen, Vluyn nach Schaphuysen hauptsächlich durch Waldgebiet, dann weiter über Rheuydt und Hochkamer ebenfalls hauptsächlich durch Waldgebiet. Die Wege sind überschaubar ausgeschildert. Kurzer Eindruck, und ja, es hat geregnet:

Schaephuysen

Heute war das Wetter besser. Es ging über “Bauernwege” Richtung Kapellen, dann mitten im Gelände durch die Felder nach Tönisberg. Von dort durch Wald und Flur nach St. Hubert, dass ich aber nicht angefahren habe (obwohl ein nettes Dörfchen), sondern dann Richtung Krefeld-Hüls, wo ich eine Mittagspause einlegte (schöne Altstadt mit einem altehrwürdigem Restaurant), also meine mitgeführten Brote verzehrte. Von Hüls dann durch ein ausgedehntes Waldstück Richtung Traar und von dort in das Naturschutzgebiet Egelsberg. Der Rest ging dann über Kapellen und Holderberg nach Moers zurück.

Tünisvort-St. HubertMühle

Mehr Niederrheinbilder in meinem Picasa Album

Hunde-Ausziehleine

Montag, Juli 27th, 2009

In Deutschland gibt es viele Haustiere, meist gehalten von Tierliebhaber. Nun gibt es auch Tierliebhaber, die ihre Tiere mehr lieb haben als ein Durchschnittsliebhaber. Also so richitg…lieb. Und da gehört natürlich das erotische Vorspiel dazu. Dazu muss das Dessous gehören, dass “LIDL” ab dem 3. August in ihrem Non-Food-Sortiment anbietet. Eine Hunde-Ausziehleine. Und, dem Namen, bzw. der Bezeichnung nach eine Vorrichtung, damit sich der Hund an der Leine auszieht oder auch … vielleicht verstehe ich auch wieder alles falsch.

Lidls HUndeausziehleine

Hundeausziehleine

Einmal hin und zurück

Sonntag, Juli 26th, 2009

Und schon die erste kleine Tour mit meinem Sohn, von Moers nach Baerl, über den Rhein und auf Duisburger Seite dann Richtung Ruhort, durch Ruhrort und dann über Duisburg Mitte nach Rheinhausen und zurück nach Moers. Wetter war ja mal stabil gut. Hier ien Foto kurz vor Ruhrort auf dem Rheindeich:

Rheindeich Ruhrort

Urlaubsfreuden

Sonntag, Juli 26th, 2009

Endlich Urlaub! Und irgendwie war es nötig. Wobei ich in der heimat bleibe. Und die schönen Dinge am Niederrhein per Rad erkunde. Oder einfach mal abhänge…. Also nicht im Sinne, Abschiedsbrief ruck und weg, sondern nur nichts tue.

Bundesgesundschrumpferin Ullala Schmidt kannden Urlaub nicht wirklich genießen. Immerhin hat man ihr in Spananien den Dienstwagen geklaut. Mitten im Urlaub! So eine Frechheit! Momentemal… Urlaub?! Dienstwagen?! Ja, geht denn des? Und das fragt sich auch Otto Fricke, Chef des Haushaltsausschusses, mit (un)geheucheltem Interesse. Wieso man in den Urlaub fährt mit Dienstwagen… Ach komm, andere sind schon in den Hubschrauber gestiegen oder haben die Bundeswehr benutzt.

Jau, ich  nutz jedenfalls kein Dienstrad, um in Urlaub zu fahren. Weil ich ansonsten kein Dienst mehr hätte sondern nur noch Freizeit. Naja, geht schon….

Ich glaube es nicht

Dienstag, Juli 21st, 2009
“Die geht mir auf den Sack, die Alte. Wem will die das denn erzählen?!” Die beste Ehefrau von allen

Eigentlich keine Glaubensfrage, die meine Gattin da aufwirft. Oder eben doch. Wie glaubwürdig ist eine Millardärin, die plötzlich jammert, sie müsse von 600€ im Monat auskommen - was mehr wäre als so manch Hartz IVer hat…ohne gleich zu jammern.

Die Schickedanz hat ja mit den Vorwürfen zu kämpfen, sie würde Arcandor vor die Hunde gehen lassen und lieber nach Staatsknete rufen. Dabei hat sie, nach eigenen Angaben, ihr Vermögen in die marode Arcandor gesteckt - und nun nichts mehr übrig.

Genau. Wer es glaubt. Eine peinlichere Vorstellung als die Schickedanz hat selten einer hingelegt. Schröder vielleicht in der Elefantenrunde nach der verlorenen Wahl 2005. Oder Barschel. Oder Möllemann…. Zyniker unter den Mitbürgern sollen schon einen Hilfsfond angelegt haben. Damit die arme Frau Schickedanz nicht so darben muss…. Und die Hertie-Mitarbeiter, die nach der Insolvenz nicht einen Cent Abfindung erhalten werden, können bestimmt mit fühlen.

Katastrophenwochenende

Montag, Juli 20th, 2009

So wird dieses Wochenende wohl mal wieder gesehen - denn letztendlich ist ja immer was. Obwohl es diesmal durchaus deftig ist - rutschten doch in Nachterstedt, von dessen Existenz ich bislang nichts ahnte, anderthalb Häuser in einen künstlichen See, der ein Überbleibsel des Barunkohletagebaus ist. Ob nicht noch das ganze Dorf wegrutscht ist nicht klar, daher ist evakuiert worden - zwei Vermißte gibt es schon. 2040 soll übrigens des Braunkohltagebau bei Köln verflüssigt werden - der ist locker 5mal so tief wie der in Nachterstedt mit entsprechend steilen “Küsten”. Hier mal eine Impression von GarzweilerII bei Jüchen:

Braunkohle GarzweilerII

 

Schon beeindruckend. Der Bagger oben hat gigantische Ausmaße. Links unten im Bild ist der Grund. Die nächste Siedlung ist vielleicht 500 Meter entfernt…. Gleichwohl, die Idee mit dem See könnte vielleicht auch aufgegeben werden. Obwohl ich ja nicht an die Vernunft der Planer glaube…. Vor allem: was wäre die Alternative?

Schützenfeste an sich sind, je nach Veranlagung allerdings, noch keine Katastrophe. Wenn aber wie im westfälischen Menden ein Rentner mit 80 km/h in einen Schützenumzug ungebremst rast und ein Feld der Verwüstung sowie zwei Tote und dutzende Schwerverletzte hinterläßt… das ist auf jeden Fall eine Katastrophe. Für die Menschen vor Ort zumindest. Bei einer Serie von Massenkarambolagen auf der A2 zwischen Peine und Braunschweig sind am Sonntagabend 66 Menschen verletzt worden, zehn von ihnen lebensbedrohlich - knapp 270 Fahrzeuge sollen beteiligt gewesen sein. Und  das war natürlich noch nicht alles….

Irgendwie scheint ja der Wurm drin zu stecken. Oder fällt so etwas nur auf mangels anderer Nachrichten? Mag sein. Denn dass Politiker lügen (Carstensen::Falsch informiert….schöne Umschreibung) oder irgendwo sich irgendwer in die Luft sprengt… wenn juckt das auch schon noch. Ist ja Alltag.

Last mit der Zensur?

Montag, Juli 20th, 2009
“Wir dürfen nach Einwänden einiger Parteien lediglich das Thema ,Kommunalwahlen’ beziehungsweise ,Moerser Politik’ nicht zulassen.” Webmaster der Stadt Moers

Ich weiss nicht, wie es andere Städte so handhaben, wenn sie ein Diskussionsforum auf ihrer Website eingerichtet haben. In Moers jedenfalls wird das Forum gern genutzt, auch von Politikern, um Stellung zu beziehen bei bestimmten Planungsfragen usw. Nützlich und gut, weil ja so auch Argumente in die Politik getragen wird oder aber auch die Stadtverwaltung Dinge erfährt, die anders unter den Tisch gefallen wären.

Politische Dinge wie Wahlkampf, Kommunalwahl und Moerser Politik im Allgemeinen ist wohl von den Parteien (bis auf die Freien Wähler) nicht erwünscht. Obwohl der Bürgermeister dies begrüßen würde. Warum die restlichen Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei eine politische Diskussion auf der Moerser Website nicht wünschen ist sicherlich eine Diskussion wert. Nur eben nicht auf der Moerser Seite….

Meldung auf derwesten.de

Forum der Stadt Moers

Kraft-Akt

Mittwoch, Juli 15th, 2009

Ich hatte mich einige Beiträge vorher ja mal über den Vorgang “Hannelore Kraft vs. Blogger” ausgelassen. Der Blogger, ein freier Journalist, hatte einige Fragen bezüglich eines, na sagen wir, “geschönten” Lebenslauf auf der Homepage der Oppositionsführerin im NRW-Landtag. Es fehlte der Arbeitgeber, der, ohne dass man Hannelore Kraft eine Mittäterschaft o.ä. nachweisen konnte, Subventionsbetrug begangen. Auch, wenn der Betrug über ihr Ministerium abgewickelt wurde. Wie damals schon gesagt. An Krafts Stelle hätte ich mich nicht mit einer Unterlassungsklage abgegeben. Sondern entweder den “unbedeutenden” Blogger ignoriert oder seine Fragen beantwortet und gut ist. So hat diese eher unbedeutende Angelegenheit einen höheren Stellenwert bekommen als er verdient.

Und natürlich hat die CDU in NRW das für eine Kampagne genutzt. “Kraftilanti”. Sagt alles, soll alles implizieren an Negativen, was man der Hessen-Kandidatin Andrea Ypsilanti der SPD unterstellt. Dagegen hat Kraft geklagt. Und nur Teilrecht bekommen. Eigentlich darf die CDU keine Verbindung von Kraft zu dem Betrug der Firma herstellen. Das hatte sie nämlich auf der Rückseite einer Postkarte gemacht.

Warum die CDU dass macht ist klar. Und Kraft eine Lüge unterstellen darf sie auch weiterhin. Das ist jetzt rechtlich abgedeckt. Bedauerlicher Weise. Denn wenn man das “C” in der CDU mal ernst nehmen will dann sollte man vielleicht auch mit dem politischen Gegener entsprechend umgehen.

Diese Aktion nutzt der CDU nicht. Mehr Wähler gibt es nicht - dafür könnte die SPD wieder mehr zusammenrücken. Also ein klassisches Eigentor. Jedenfalls sehe ich das so.

Zaster her oder “WUMM!”

Montag, Juli 13th, 2009
“Wenn wir nichts bekommen, werden sie nichts bekommen”

In Frankreich drohen entlassene 366 Beschäftigten eines Zulieferer-Werks in New Fabris im westfranzösischen Châtellerault mit der Sprengung ihrer Fabrik. Das Werk ist Zulieferer der Autokonzerne Renault und Peugeot und Citroën. Die (Ex)-Beschäftigten stellten ihrem Management ein Ultimatum bis zum 31. Juli, um jeweils 30.000 Euro Abfindung zu erhalten. “Wir haben Gasflaschen in die Fabrik gebracht”, sagte ein Gewerkschaftsvertreter , “alles ist bereit, damit sie explodieren.”Typisch Frankreich, möchte man meinen. Es passiert etwas, das den Bürgern, den Bauern oder wem auch immer nicht gefällt - und schon brennt Paris. Ist zwar übertrieben, aber nicht viel. Schon im März haben Mitarbeiter von Continental ihre Manager als Geiseln genommen - um zumindest eine gute Abfindung zu bekommen.

Hierzulande ist das fast undenkbar. Das letzte Mal; ich glaube, es war sogar das einzige Mal; als so etwas ähnliches passierte waren es die Krupparbeiter aus dem Werk Rheinhausen, die in die Villa Hügel eingedrungen sind, um die Manager mal freundlich auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Eigentlich schade, obwohl es ja kriminell ist, dassso was wie in Frankreich nicht hier passiert. Soll den Managern doch mal ruhig der Arsch auf Grundeis gehen. Bislang hat sich die Tarifautonomität bewährt. Aber, wie wir bei Opel sehen, wird das langsam Makulatur.

Jetzt warten wir mal ab, ob Ende Juli das Werk in die Luft fliegt.

RP-Online