Archive for März, 2009
In die Versenkung
Freitag, März 20th, 2009Als die ganze Geschichte ans Licht der Öffentlichkeit kam war der Fall Kampusch noch gar nicht richtig verarbeitet - da wird noch einer drauf gesetzt. Die ganze Welt zeigte plötzlich auf Österreich wie zuvor nach dem Fall Dutreaux (wird der so geschrieben?)auf Belgien. Wohl weil man an so was Böses mitten in der sogenannten Zivilisation nicht glauben mag.
Normal, nicht wahr?
Montag, März 16th, 2009Hinhören
Freitag, März 13th, 2009Alles normal
Donnerstag, März 12th, 2009Erschüttert
Mittwoch, März 11th, 2009GeRecht
Montag, März 9th, 2009Was ist schon gerecht? Und was rechtens? Nach meinem ersten Tag als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht fragt man sich das schon erneut. Klar, vor Gericht geht es nicht um Gerechtigkeit - kann es auch nicht, denn es ist ein idealisierter Begriff einer nicht Nicht-Existenz. Es wird Recht gesprochen.
Nicht, dass es irgendwie ungerecht zuging - aber in dem ein oder anderen Fall fragt man sich schon, warum die rechtlichen Dinge so eng angelegt sind. Nun ja, Recht ist Recht.
In Köln reden sich die Verantwortlichen jetzt sicherlich auch heraus - Kölner Klüngel halt. Irgendein kleines Licht wird geopfert - wird aber irgendwie hinten rum doch mit durch gezogen. Im Regen stehen bleiben die, die alles verloren haben. Und damit meine ich nicht das wertvolle Kölner Stadtarchiv. Gerecht? Ich denke, dass wird es nicht sein. Wenn ich allein die rotierenden 180 Grad-Wendungen vom Schramma so sehe, ahne ich, was da auf die Kölner zukommt. Zum Ende war ales unvermeidliches Schicksal. Meisner, übernehmen Sie…
Oder der Bankmanager der Hypo Real Estate…. Erst die Bank in den Ruin führen, Milliarden an Staatsknete in Anspruch nehmen - und dann noch 3,5 Millionen an ausstehendem Gehalt nachfordern. Wahnsinn am Rande: wahrscheinlich kriegt dieser Asi vor Gericht RECHT. Aber eine moralische Bewertung ist da nicht gefragt. Wie auch.
Ist es gerecht, wenn eine allein erziehende Mutter mit einem Nebenjob etwas Geld dazu verdient und wegen Kleinigkeiten oder sonstigen Gründen weniger Unterstützung hat als ein arbeitsscheuer, alleinstehender Alkoholiker? Nein, ist es nicht. Aber es passiert. Oder was mögen die Opelmitarbeiter im Augenblick denken? Und ist es gerecht, dass die 1. Welt mit den Rohstoffen und Arbeitskräften der 3. Welt reich geworden sind und diese heute immer noch arm sind?
Nein, Gerechtigkeit gibt es nicht einmal bei Gott. Sofern es den alten Knaben überhaupt gibt, was eher unwahrscheinlich ist. Aber ist es gerecht, wenn einer für seine verpfuschten 70 Lebensjahre eine Ewigkeit in der Hölle braten soll? Nein, ist es nicht.
Gerechtigkeit - ein Traum(a)? Genau, ein Traum von Idealisten. Und darum schalte ich innerlich ab, wenn von “wir wollen Gerechtigkeit” oder eine gerechte verteilung usw. versprochen wird. Im Wahlkampf wird das wieder und wieder passieren. Entweder Idealisten oder Lügner. Denn Gerechtigkeit geht gar nicht.
Nun gut, vielleicht habe ich da eine pseudo-depri-Phase - aber ich glaube eher nicht.
Ich bin du, du bist sie, sie sind wir
Montag, März 2nd, 2009Aber es kommt auch die Integration in Schwung. Zumindest in Duisburg. In Marxloh hat ein türkisches Bürgerbüro eröffnet und eine Integrationsportal ist online: http://www.wir-sind-du.de/
Klar, in Hannover, Berlin, Mannheim und Köln gibt es ein türkisches Gymnasium - in denen kein Türkisch als Umgangssprache gesprochen werden darf. Sondern “nur” als Fremdsprache. Aber sonst? Ist die Förderung schon früh gestört. Und Chancen vertan.
Offenheit, Ehrlichkeit scheint ein guter Ansatz zu sein in einem Dialog. Denn: Deutschland wird immer Einwanderungsland sein. Und warum auch nicht - ein herzliches Willkommen. Aber was, wenn Menschen sich nicht integrieren wollen? Oder aber nicht mehr wollen? Und was erwarten diese menschen, wenn sie hierher kommen? Oder hier geboren sind, aber ihren kulturellem Hintergrund nie verlassen haben und dennoch Fremde in eigenen Land sind - zerissen zwischen den Kulturen?
Nein, sicherlich kein einfacher Weg.
Wir müssen und klar machen, was unser Wertesystem ist. damit auch klar ist, was uns das bedeutet. Warum und was wir von Integration erwarten. Was wir von den Migranten erwarten, erhoffen. Und diese sollten auch klar sagen,was sie erwarten. Warum sie hier leben wollen. Und so weiter. Und da kommt bestimmt vieles auf den Tisch, was schmerzhaft ist. Aber wenn klar ist, dass man sich nichts Böses will, lohnt sich das. Dann kannauch ein miteinander wachsen - und nicht ein nebeneinander. Früher oder später führt das zu Resistements, also Widerwillen. Und, wenn man einige Diskussionen verfolgt, ist das schon so weit.
Insofern ein lohnender Weg.
Auch wenn in Duisburg nicht alles gerade läuft so ist man sicherlich auf einen guten Weg, der beispielhaft sein kann. Sag ich mal so leichtsinnig.
Links:
http://www.privatgymnasiumdialog.de/
http://www.wir-sind-du.de/
http://www.dialogev.de/
