Fürs Leben.. leben wir
Donnerstag, Oktober 23rd, 2008
Politik ist ja ein heikler Bereich. Mitten im Leben aus dem Leben heraus. Genommen, von lebensfernen Menschen, die sonst nichts mit sich anzufangen wissen. Fürs Leben lernen wir, nicht für die Schule. Sagte man mir früher. Heute weiss ich, dass man im Leben fürs Leben lernt. In der Schule lernt man alles Mögliche, aber nichts über das Leben und am wenigsten für das Selbe. Zumindest bekommt man den Eindruck nach PISA. Und dem Klagen der Wirtschaft.
Nun ist es ja so, dass, zumindest in NRW, immer sozialdemokratisch gedacht allen die Bildung zugänglich gemacht werden sollte. Und jeder sein Abitur schaffen sollte. Zumindest aber einen Hauptschulabschluss. Und dafür wurde alles getan. Eine Einheitsschule ist zwar Ende der 70er gescheitert, aber natürlich kann man das auch anders machen. In dem man die Anforderungen herunterschraubt und die Lehrpläne eher in Richtung „die Schwachen dürfen nicht hinten bleiben“ nach unten ausrichtet. Nun gut, NRW stand ja bei PISA nicht ohne Grund weit hinten. Und die CDU hat es bislang auch nicht geschafft, das wirklich zu ändern – in 5 Jahren auch schwerlich zu schaffen, aber es wird nicht grundsätzlich am Problem gearbeitet. Kein Wunder, da man auch bei der Ausbildung der Lehrer anfangen müsste. Und wenn man die Schwerpunkte beim Turbo-Abi leider falsch ansetzt… Nun ja.
Gleichwohl: Irgendwie ist es nicht einsehbar, warum man mit aller Gewalt Menschen, Kinder auf ein Level ziehen will, für dass sie gar nicht geschaffen sind. Es gibt Intelligente und weniger Intelligente. Und die muss man ihren Fähigkeiten entsprechend fördern. In eine Richtung, die den Kindern, der Wirtschaft und damit auch der Gesellschaft gerecht wird. Oder anders: muss wirklich jeder wissen, wer Goethe war und welche Opern er geschrieben hat? Oder mit welchen Gedichten Mozart berühmt wurde? Vielleicht, dass eine 3er Potenz nichts mit Sexualkunde zu tun hat. Aber wichtig ist doch wohl eher, dass man Lesen, schreiben und rechnen kann. Und wer in der Lage dazu ist, soll auch lernen, was man alles damit anfangen kann…. Nun gut, ich wollte eigentlich nicht zynisch werden.
Aber manchmal geht es fast nicht anders. Wenn man nämlich das Merkel so sieht, wie es tatsächlich versucht, die Bildung zu einer Bundesaufgabe zu machen. Und auch gleich eine Aufgabe machen darf sondern erfahren darf, wie man scheitern kann. Denn immerhin ist Bildung Ländersache. Und am Bund ist man doch nur interessiert, wenn er zahlt. Aber nicht, wenn er bestimmen will. Oder möchte. Zu unterschiedlich sind die Bildungsgänge in einem jedem Bundesland. Da nutzt es auch nicht, dass man 10% vom BIP in die Bildung stecken möchte. Denn das wird nichts am Bildung -System ändern. Nur, dass man eben mehr Geld in die Bildung steckt.
Die KMK hat sich nicht überschlagen, den Vorstoß Merkels zu unterstützen. Kein Bundesland wird sich in die ihm verfassungsgemäß zufallende Bildungspolitik reinreden lassen wollen. So wünschenswert es auch wäre. Und so ist der Bildungsgipfel ein Schuss in den Ofen (SPD) oder ein zukunftsweisendes Signal (CDU). Oder einfach nur hektischer Aktionismus kurz vorm Wahlkampf (Manfred-O)
Im Regen bleiben jedenfalls immer die Kinder stehen. Und auch die Lehrer. Ganz allein mit sich. Und lernen fürs Leben: Verlass dich nicht auf Politiker. Die bringen nur ihre Schäfchen ins Trockene – nicht die anderer.
