Trauer um gefallene Soldaten?
Samstag, April 10th, 2010Sicher, man sah Verteidigungsminister zu Guttenberg als auch der Kanzlerin ihre Betroffenheit an. So wie man es halt jemanden ansieht wenn er mit dem Ergebnis seines Handelns konfrontiert wird. Die Kanzlerin betonte denn auch die Wichtigkeit der Afghanistan-Mission als Beitrag zur Sicherheit Deutschlands. Trotzdem: Es ist Krieg.
Die Trauer um die Gefallenen, die Anteilnahme mit den Angehörigen und den Verwundeten wäre wesentlich glaubwürdiger, wenn sich um gekümmert würde.
In einem TV-Beitrag kamen ehemalige, in Kundus verwundete Soldaten zu Wort. Demnach werden diese und ihre Kameraden allein gelassen. Und die Angehörigen ebenso.
Wenn das stimmt ist das skandalös. Aber typisch für einen Verdrängungsmechanismus. Keiner der Verantwortlichen will es wahrhaben, dass wir uns im Krieg befinden. Und da ignoriert man gerne auch die Betroffenen.
Letztendlich ist der Einsatz der Soldaten, Polizisten und sonstigen Helfern in Afghanistan mehr als zweifelhaft. Im Prinzip müssten sich alle beteiligten Nationen aus Afghanistan zurück ziehen und das Land sich selbst überlassen. Ob Taliban oder Al Khaida sich in Afghanistan oder Sonstwo auf den Terror vorbereiten ist unerheblich – die Staatengemeinschaft wird ihrer ohnehin nicht habhaft. Und befriedet wird dieses extrem unzivilisierte Land wohl nie. Von den Makedoniern bis zu den Russen ist es niemals gelungen dieses unwirtliche Land zu beherrschen.
Um das zu realisieren muss man nicht noch mehr Menschenleben opfern. Das Motto kann nur lauten: “Raus aus Afghanistan” – und isoliert das Land.
Trauerfeier in Selsingen: „Mit Ihnen trauert ein ganzes Land“ - Deutschland - FOCUS Online
