Archive for the ‘Politik’ Category

Nervöse FDP stoppen

Sonntag, Februar 7th, 2010

Nach den üblichen 100 Tagen kann man ja jetzt endlich über die Qualität der Schwarz-Gelben Regierung lästern- das war bislang nur ein Privileg der Koalitionspartner, hier insbesondere die FDP und die CSU.

Und da fällt mir doch glatt auf: es gibt nichts zu mäkeln. Denn die machen nichts außer sich zu streiten. Die hatten zwar irgendwas in den Koalitionsvertrag geschrieben aber genau weiß wohl niemand was drin steht. Zu besoffen vom Wahlerfolg.

Nun wendet sich das Blatt. Nicht mehr lange und die FDP darf wieder fürchten dass sie die 5% – Hürde schaffen. Und jetzt laufen die Amok. Versuchen ein Profil hinzukriegen.

Nein, Traumpartner sind die Unionsparteien und die FDP nicht. Denn es liegen Welten zwischen einer Freien Markt Partei und einer im sozialen verankerten Volkspartei. Vor allem, nach dem die Volkspartei infiziert wurde in einer Großen Koalition.

Die wünscht man sich fast schon wieder zurück. Da kann Merkel auch wieder als Moderatorin werkeln. Jetzt braucht es aber einen RegierungsCHEF. Und das kann Merkel anscheinend nicht.

Trotzdem: die Grünen bringen sich, auch in NRW, als Partner ins Spiel. Wohl sinnvoller als vieles andere. Vor allem das Kasperletheater zur Zeit.

Krisengipfel: Nervöse FDP will den freien Fall stoppen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

So war’s wirklich

Samstag, Januar 2nd, 2010

Der “Rheinische Merkur”, eine eher aus dem Katholizismus kommende wöchentliche Publikation, hat einen interessanten Rückblick auf ein bedeutendes Jahrzehnt veröffentlicht.

Nicht, dass vorangegangene Jahrzehnte nicht bedeutend gewesen wären – aber in der Tat gab es gewaltige Umwälzungen. Das Ende des Kommunismus und der Siegeszug des Kapitalismus ab 1989 bedeutete mehr Elend auf der Welt als zuvor. Am Ende des letzten Jahrzehnts zeigte sich dann, wie der Kapitalismus sich selbst verzehrt. Und die Zeugen Mammons zeigten sich irritiert.

Völlig verstörend war der Kriegszug radikaler Islamisten. Die Zerstörung des Wahrzeichens des Kapitalismus läutete ein Jahrzehnt unter dem Zeichen des Terrors ein. Begleitet von einer anderen Terrorart: Der Digitalisierung des Menschen. Unter dem Vorwand der Terrorabwehr wird der Mensch immer durchsichtiger.

Dabei ist man in der Lage, diesen so zu formen, wie man ihn will. Den die Gen-Technik ist dazu in der Lage – und was man machen kann wird man auch machen. Wenn es nicht schon passiert ist.

Und natürlich wird immer deutlicher, dass die Natur zurück schlägt. Der Klimawandel ist ein Thema geworden – mit vielen Fehlinformationen, die der Unwissenheit über Zusammenhänge geschuldet bleiben. Vielleicht merkt der Mensch, dass er nicht allmächtig ist.

Ein neues Jahrzehnt also beginnt. Und damit die Hoffnung, dass sich vieles positiv entwickelt. Eine Dekade ist für den Menschen eine lange Zeit. Ob er sie nutzt?

::merkur.de (Rheinischer Merkur): 2009_52.So war’s wirklic::

Gipfelstürmer enttäuscht

Sonntag, Dezember 20th, 2009

Rajendra Pachauri ist der Chef des Uno-Weltklimarates IPCC – und mächtig enttäuscht. Genau wie alle Umweltschutzverbände oder Aktivisten. Oder auch unsere Kanzlerin. Enttäuscht ist man, wenn man sich vorher etwas vorgemacht hat. Viel Hoffnung brauchte man sich aber gar nicht erst machen. Zum einen, weil die Chinesen so sind wie sie sind und zum anderen, weil US-Präsident Obama nicht der Messias ist, für den man ihn anscheinend hält. Zudem wollten die Industriestaaten nicht einmal annähernd so viel Geld zur Rettung der Erde ausgeben wie zur Rettung der Banken – erbärmlich.

Die Regierenden, Politiker der Welt, haben nichts weiter als heiße Luft produziert in Kopenhagen – die zum Glück unser Weltklima nicht zusätzlich aufheizt. Nur mental vergiftet. Schlimm nur, dass die Veranstaltung wohl mehr CO2 verursacht hat als nötig. Sind ja alle mit dem Flugzeug angereist und schön warm hatten sie es auch….

Erst wenn die Malediven im Meer verschwunden sind wird man feststellen, dass Urlaub an der Nordseeküste auch schön ist – so an der Küstenstadt Duisburg z.B. Nicht, dass vieles, was mit dem Klima passiert, natürlichen Ursprungs ist. So am Ende einer Eiszeit und dem üblichen Wandel der Erdgeschichte. Aber der Mensch beschleunigt vieles um ein unnötiges Tempo. Und vielleicht ist das Glücksfall für die Erde: Der Mensch kann sich den Veränderungen nicht anpassen und verschwindet von der Bildfläche. Erde vom Krebsgeschwür befreit…

Jedenfalls hat Herr Peschauri und der Rest der Menschheit kein vorweihnachtliches Geschenk bekommen. Was die Erbärmlichkeit der Politiker nochmals herausstreicht.

Oberster Klimaschützer verdammt Tatenlosigkeit

Das ist doch der Klima-Gipfel!

Dienstag, Dezember 8th, 2009

Anscheinend hat jetzt auch die USA begriffen, dass Klimaschutz uns alle angeht und die USA von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Präsident Obama hat sozusagen einen Freibrief zum Handeln erhalten - Freibeuter des Klimaschutz, quasi.

Selbst die Chinesen schließen sich an. Irgendwie. Unkontrollierbar, selbstverständlich. Und alle haben sich lieb. Hauptsache, es kostet nichts. Die Rechnung müssen wir letztendlich alle bezahlen…müssen.

Dabei ist es nicht wirklich sicher, ob wir Menschen so dramatisch in das Klima eingreifen. Klar, wir versauen die Welt wo es nur geht. Aber ist der augenblickliche Wandel nicht eher ein natürlicher Vorgang, der allenfalls vom Menschen etwas beschleunigt wird? So am Ende einer ausgehenden Eiszeit, in der wir nun einmal leben?

Nichts desto trotz: Der Mensch sollte wesentlich sorgsamer mit seiner Umwelt umgehen- Das beste Mittel wäre, seine Masse zu reduzieren. Es gibt zu viele Menschen auf dieser Welt – Geburtenkontrolle wäre ein Schritt vernünftiger Umweltpolitik. Sonst bleibt der Mensch das Krebsgeschwür dieser Welt.

Die Umstellung in der Nahrung wäre ebenso hilfreich. Mal vom Gesundheitsaspekt abgesehen ist die Fleischproduktion ebenso eine ökologische Katastrophe. Und natürlich sind die energiebrauchenden Hilfsmittel so effektiv wie möglich einzusetzen. Vieles kann der Einzelne selbst gestalten.

Ob der Klimagipfel begleitendes beschließt bezweifel ich. Aber ein Anfang ist gemacht.

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Steuermann und Steuerfrau

Sonntag, November 29th, 2009

Angeblich ist die Regierungskoalition ja eine Liebesheirat. Lange schon hat FDP-Chef Westerwelle um Bundesmutti Angela Merkel geworben. Für einen ausgewiesenen Herrenreiter schon bemerkenswert. Doch erst erwidert Merkel das Werben der SPD – und jetzt stellt sich heraus, das die CDU sozialdemokratischer gefärbt ist als sich die FDP das vorgestellt hat.

Einen Koalitionsvertrag gibt es nach langem Verhandlungsmarathon natürlich – abgesegnet durch die (CDU/FDP) Bundesländer. Und die sind jetzt, ganz plötzlich , mit den Steuer”geschenken” der Regierung nicht einverstanden. Wobei…. Die CDU ist realistischer als die FDP. Aber die Steuer..naja, reform ist ein Zugeständnis an die FDP. Und die Länder sowie die Kommunen sollen es ausbaden.

Daher ist die Ablehnungshaltung der Länder zu verstehen. Aber sie haben dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Und nach der Pleite mit Jung kann sich die Regierung keinen weiteren Flop leisten. Insofern ein Pseudo-Donnerwetter. Letztendlich wird alles so durchgezogen wie beschlossen. Ob es Sinn macht oder bezahlbar ist: Egal.

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Von unten nach oben

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Die Koalition steht - und die Meinung über den Koalitionsvertrag ist einhellig. Unsozial, Umverteilung von unten nach oben, Wahlbetrug…..

Einen politischen Neuanfang verspricht Guido Westerwelle - und man versteht es als Drohung. Der fremdsprachlich etwas überfordert wirkende FDP-Chef und resignierter Außenminister hat sich ja mächtig ins Zeug gelegt, um seiner Klientel zu gefallen. Und aus der CDU kamen ja Vorbehalte wegen sozialer Ausgewogenheit. Und der Finanzierung und Überhaupt.

Und natürlich laufen AKW länger. Vielleicht sinnvoll - oder auch nicht. Besser als mit Kohlekraftwerken die Umwelt zu belasten allemal. Ob man allerdings Alternativ-Energien fördert….. Ach, und ALII-Empfänger stehen sich besser. Was nicht viel heißt, da man immer noch die Hosen runterlassen muss. Und Kindergeld gibt es mehr - warum auch immer. Kinder- und Jugendförderung könnte auch anders aussehen.

Und letztendlich kommen die Härten noch. Ob das wirklich so ist wird sich noch zeigen. Aber reflexartig ist die Opposition schon davon überzeugt. Finanziert wird das ganze als Option auf Verschuldung der nächsten Generation. Aber für die machen wir das ja auch. Man wird sehen, wohin das führt. Schon nächstes Jahr in NRW. Dann sind Landtagswahlen. Und schafft es die CDU nicht dann ist die Bundesratsmehrheit hin.

Jedenfalls fehlen mir auf den ersten Blick Antworten auf die aktuellen Probleme. Es wird also weiter geflickt. Ob das konzeptionell trägt bezweifel ich. Trotzdem, mehr wie abwarten wird man eh nicht können. Stimmabgabe heißt nun mal: sie ist weg.

Blühende Landschaften

Samstag, Oktober 3rd, 2009

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Blühende Landschaften hat uns damals Helmut Kohl, Bunnzkanzler der Wiedervereinigung, versprochen. Also blühend im Osten des Landes. Neufünfländer. Drüben , eben.

Wort gehalten hat er nicht, jedenfalls nicht so wie gehofft. Deswegen war u.a. ja 1998 Schluss. Geblieben ist der Soli und die Gemeindeumlagen, die Ost-Städte unterstützen. Die haben inzwischen perfekt ausgebaute Strassen. Gefühlt ist jeder unbedeutende Feldweg asphaltiert, zweisspurig mit Radwegen an beiden Seiten…. während Weststädte Kredite für die Finanzierung der Umlage aufnehmen müssen. Und die Städte verkommen.

Wie auch immer. Tatsächlich ist zusammengewuchert was zusammenwachsen sollte. Alles in allem ist die deutsche Einheit recht ordentlich über die Bühne gegangen. Immerhin beispiellos in der Weltgeschichte. Was mit dem Mauerfall vor knapp 20 Jahren begonnen hat führte zwei unterschiedliche Gesellschaftformen zusammen. Na, eher eine Aufgabe des einen zu gunsten des anderen. Der Sieg des Kapitalismus zeigt sich immer deutlicher.

Gleichwohl: uns geht es gut in Deutschland. Wir schlagen uns mit Problemen herum um die uns andere beneiden. Ist doch alles normalisiert. Sogar unsere Kanzlerin kommt von drüben. Und den gesellschaftlichen Umbruch kriegen wir auch noch hin.

Master of Desaster

Sonntag, September 27th, 2009

So könte man Steinbrück nennen. Oder Münte. Bis auf Platzek eigentlich jeden aus der SPD-Führung. So ein Niedergang. Knapp 23% bei einer Bundestagswahl und sogar im Kernland NRW weit unter 30%: Das ist blamabel.

Jetzt könnte Merkel_CDU jubeln. Aber auch sie haben ein historisches Ergebnis erzielt. Historisch schlechtes, natürlich. 33% sind nicht sonderlich berauschend. Für eine Koalitition mit der FDP, einer Tigerenten-Koalition, wird es reichen - dank eines ziemlich dramatisch hohen Ergebnisses der FDP. Fast 15%. Zumindest nach den sich stabilisierenden Ergebnissen.

Und damit ist die FDP der eigentlich Gewinner. Und die Linke sowie die Grünen. Denn das sind die Parteien mit Zuwachs. Zumindest bleibt eine Mehrheit für das so genannte bürgerliche Lager. Und wenn man bedenkt, dass die Grünen auch Stimmen aus diesem Lager bekommen….

Die SPD will sich in der Opposition mit Steinmeier neu aufstellen. Ob sich die Sozialdemokratie jemals wieder erholt oder sich die echte Linke an deren Stelle setzen wird…Man wird abwarten müssen. Und ebenfalls abwarten wird man müssen, was bei den Koalitionsverhandlungen tatsächlich vereinbart wird. Und wie sich damit die Weichen für die Zukunft Deutschlands stellen werden.

Merkel also bleibt Kanzlerin, Westerwelle wird mitregieren - und wir werden sehen, ob es nicht doch gut werden wird. Wenigstens ist einer der ödesten Wahlkämpfe vorbei.

Strukturelle Fluktuation

Montag, September 21st, 2009

Vielleicht könnte man so das Wählerverhalten interpretieren. Irgendetwas ist es nun mal, dass die FDP so stark werden lässt – oder auch die Linke. Und warum die SPD nicht so gut da steht. Und, und, und…

Ich lasse mich mal überraschen, was am Ende Heraus kommt. Fast ist zu befürchten, dass die Große Koalition weiter machen muss. Was diese auch insgeheim hofft. Denn alle wollen Biene Maja… also, schwarz-gelb verhindern. Außer die Schwarz-Gelben selbst. Vielleicht ein bisschen, aber… Und Ampel will ja Gelb nicht und umgekehrt auch. Jamaika kann man in der Pfeife rauchen, da macht grün nicht mit. Und das eigentlich auch möglich soll ja angeblich unmöglich sein. Warten wir mal ab, wenn die Stimmen ausgezählt sind.

Fürchterlich ist jedenfalls nur eins: dass mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten wohl nicht wählen gehen werden. Dabei könnte man doch zumindest eine Proteststimme abgeben. Irgend so was Kleines. Bibeltreue Christen oder Die Partei. Vielleicht APPD. Um zu zeigen: ja, wir wollen Demokratie – aber auch vernünftige Politik. Wenn die Althergebrachten es nicht bringen werden wir als Wähler auch komisch.

Bin mal gespannt, ob die Woche noch eine Überschwemmung…. Merkel in Gummistiefel? Naja. Helfen wird es auch nicht. Aber ein wenig mehr Pep könnte schon in den Wahlkampf.

Besonderer Tag

Freitag, September 11th, 2009

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Na, schon aufgefallen?! Ja, heute ist ein besonderer Tag. Genau: der 11. September. Immerhin Wort des Jahres 2001. Wundert mich nicht. Denn es sind doch seltsame Dinge passiert am 11. September.

Wer erinnert sich nicht – am 11. September 1974 gründete sich die Rockband „The Stranglers“. Erfolge in den 1970ern bis Anfang der 90er. Und immer noch fleißig am touren und veröffentlichen.

Nein, dass ist es aber, glaube ich, nicht. Sondern die vielen wunden Punkte der US-Amerikanischen Geschichte. So wie die Deutschen ihren 9.November haben, so sind am 11. September teilweise einschneidende Ereignisse passiert, die Einfluss auf die Geschichte der USA hatten.

1777 haben die Engländer den Amerikanern im Unabhängigkeitskrieg eine empfindliche Niederlage beigefügt; 1814 die Amerikaner den Engländern in einem anderen Krieg. Nun gut, warum nicht ein schönes Verteidigungsministerium bauen? Eben. Am 11. September 1941 war Grundsteinlegung für das Pentagon.

Schlimmer als dass sind aber terroristische Taten. Zum Beispiel wurde am 11.9.1973 der demokratisch gewählte Präsident Chiles, Salvator Allende, mit massiver Unterstützung der USA aus dem Amt geputscht. Pinochet ist dieser Terrorist, finanziert und ausgestattet von der CIA.

Genau 11 Jahre, nach dem der Vater von George Walker Bush als Präsident die neue Weltordnung ausgerufen hat (11.9.1990) griffen Terroristen diese neue Weltordnung an. Am 11.9.2001 flogen islamistische Terroristen in die WTC-Türme in New York, ins Pentagon (60 Jahre nach Grundsteinlegung!) und wollten noch wohl ins Weiße Haus. Über 3000 Menschen starben. Eine Folge der amerikanischen Außenpolitik – denn diese Terroranschläge waren der Sturm, den die USA selbst als Wind gesät hatten.

Seitdem ist die Welt ein wenig mehr aus den Fugen. Afghanistan, Irak, Islamhass – alles Folgen der folgenden Reaktion der USA unter George W. Bush, der die neue Weltordnung, die sein Vater ausgerufen hatte, mit Gewalt durchsetzen wollte.

Trauern werden die Freunde und Verwandten der Toten vom 11.9.2001. Genau wie die der Toten vom 11.9.1973, den Toten aus den Schlachten von 1777, 1814 und dem Vietnam-Krieg. Und nicht zu vergessen jene, die Opfer der neuen Weltordnung geworden sind. Genau genommen leben wir in einer Welt, die wir uns selbst gemacht haben – durch politisches Handeln oder durch unterlassen und geschehen lassen. Es fällt auf uns zurück – wundern wir uns also nicht. Handeln wir lieber.