Archive for the ‘Geschichte’ Category

Gedenken - bitte?

Mittwoch, Januar 27th, 2010

Es gibt viele Gedenktage da fragt man sich schon nach einem Sinn. Zumindest geht die eigentliche Bedeutung verloren, wenn dieser Gedenktag schon älter ist. Manchmal kommen neue dazu, wie eben der Heutige. Und den hätte es eigentlich schon wesentlich eher geben müssen.

Erst 1996 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog per Deklaration den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. In anderen Länder wie Israel oder England, wurde der Tag schon wesentlich früher begangen. International als ein solcher Gedenktag wurde er durch die UNO erst 2006.

Dabei geht es an diesem heutigen Gedenktag nicht nur um die 6 Mio. jüdischen Opfer, sondern auch um die etlichen Millionen andere, die Opfer der nationasozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 wurden. Dieses barbarische System folterte, mordete aufs übelste. Was leider nicht eine Einzelstellung in der Geschichte bedeutet - das kennen wir aus der älteren Geschichte ebenso wie aus der neueren. Von Stalin über Mao bis Saddam Hussein geht die illustre Runde bösartiger Diktatoren und ihrem Regime, die Menschen systematisch vernichten, weil diese nicht in das System passen. Die Einzelstellung hat Deutschland dadurch, dass die ganze Tötungsmaschinerie bürokratisiert und industrialisiert von Statten ging. Das erhöht den Schrecken nochmals.

Sicherlich ist das heutige Deutschland ein völlig anderes. Dennoch darf nicht vergessen werden, was damals geschah. Und dazu gehört auch das Gedenken an die Opfer. Und irgendwann auch an die vielen Opfer aus vielen anderen Diktaturen. Vielleicht bietet dieses Innehalten auch mal die Gelegenheit, ernsthaft über den Einsatz von Truppen in Afghanistan und Irak nachzudenken. Denn dort sind ebenfalls Opfer, die Hoffnung haben dürfen. Weil andere für sie eintreten. Damals hat Zurückhaltung den Terror und den Krieg erst möglich gemacht.

Besonderer Tag

Freitag, September 11th, 2009

sd530023.JPG

Na, schon aufgefallen?! Ja, heute ist ein besonderer Tag. Genau: der 11. September. Immerhin Wort des Jahres 2001. Wundert mich nicht. Denn es sind doch seltsame Dinge passiert am 11. September.

Wer erinnert sich nicht – am 11. September 1974 gründete sich die Rockband „The Stranglers“. Erfolge in den 1970ern bis Anfang der 90er. Und immer noch fleißig am touren und veröffentlichen.

Nein, dass ist es aber, glaube ich, nicht. Sondern die vielen wunden Punkte der US-Amerikanischen Geschichte. So wie die Deutschen ihren 9.November haben, so sind am 11. September teilweise einschneidende Ereignisse passiert, die Einfluss auf die Geschichte der USA hatten.

1777 haben die Engländer den Amerikanern im Unabhängigkeitskrieg eine empfindliche Niederlage beigefügt; 1814 die Amerikaner den Engländern in einem anderen Krieg. Nun gut, warum nicht ein schönes Verteidigungsministerium bauen? Eben. Am 11. September 1941 war Grundsteinlegung für das Pentagon.

Schlimmer als dass sind aber terroristische Taten. Zum Beispiel wurde am 11.9.1973 der demokratisch gewählte Präsident Chiles, Salvator Allende, mit massiver Unterstützung der USA aus dem Amt geputscht. Pinochet ist dieser Terrorist, finanziert und ausgestattet von der CIA.

Genau 11 Jahre, nach dem der Vater von George Walker Bush als Präsident die neue Weltordnung ausgerufen hat (11.9.1990) griffen Terroristen diese neue Weltordnung an. Am 11.9.2001 flogen islamistische Terroristen in die WTC-Türme in New York, ins Pentagon (60 Jahre nach Grundsteinlegung!) und wollten noch wohl ins Weiße Haus. Über 3000 Menschen starben. Eine Folge der amerikanischen Außenpolitik – denn diese Terroranschläge waren der Sturm, den die USA selbst als Wind gesät hatten.

Seitdem ist die Welt ein wenig mehr aus den Fugen. Afghanistan, Irak, Islamhass – alles Folgen der folgenden Reaktion der USA unter George W. Bush, der die neue Weltordnung, die sein Vater ausgerufen hatte, mit Gewalt durchsetzen wollte.

Trauern werden die Freunde und Verwandten der Toten vom 11.9.2001. Genau wie die der Toten vom 11.9.1973, den Toten aus den Schlachten von 1777, 1814 und dem Vietnam-Krieg. Und nicht zu vergessen jene, die Opfer der neuen Weltordnung geworden sind. Genau genommen leben wir in einer Welt, die wir uns selbst gemacht haben – durch politisches Handeln oder durch unterlassen und geschehen lassen. Es fällt auf uns zurück – wundern wir uns also nicht. Handeln wir lieber.

60 Jahre - und ein bißchen Weiser?

Sonntag, Mai 24th, 2009

Gestern wurde ja groß gefeiert - nicht nur in Wolfsburg der Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft. Sondern 60 Jahre Grundgesetz und damit 60 Jahre Bundesrepublik. Viele Sendungen in Rundfunk und Fernsehen blickten zurück auf eine mehr oder weniger bewegende Vergangenheit.

Und vieles ist für mich so unbewegend. Erinnerungen… naja, ich denke an das erste Mal, als ich politisches mitbekomen habe. Mißtrauensvotum gegen Brandt. Scheitern von Barzel und dann wenig später der Rücktritt Brandts. Aber so als 10-12 Jähriger interessiert das nicht wirklich. Interessanter war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1974. Was aber tief beeindruckt hat war der Deutsche Herbst 1977. In Münster hing ich bei der Hausbesetzer, ja, bei der linken Szene, aus der später Die Grünen entstehen sollte, ab und da war der Terrorherbst und die Exekution der RAF-Häftlinge heiß diskutiertes Thema. natürlich waren die hingerichtet worden - so unser Gefühle damals.

Was waren noch so Landmarken? Das Ende der Regierung Schmidt und die Übernahme der Macht von Kohl. Naja, und ein Gänsehauterlebnis: der Fall der deutsch-deutschen Mauer. Danach hat mich nicht mehr viel beeindruckt.

Und wie ist der Stand? Nun, das GG hat sich bewährt - aber von einer Lupenreinen Demokratie sind wir immer noch weit entfernt. Halt eine parlamentarische Demokratie - eine Parteiendemokratie. Man gibt seine Stimme ab und ist sie damit los. Die einzigen, die sich zu Wort melden und auf die da oben schimpfen sind anscheinend die Nichtwähler, die ja ihre Stimme noch haben….

Was fehlt? Ich denke, der Präsident sollte vom Volk direkt gewählt werden - er repräsentiert es schließlich. Das jetzige Wahlgremium ist zu undurchsichtig zusammengesetzt. Der/die KanzlerIn sollte vielleicht auch direkt gewählt werden und nicht vom Bundestag. Anstelle des recht komplizierten wahlverfahrens mit Erst- und Zweitstimme vielleicht eine Stimme KanzlerIn zweite Zusammensetzung des Bundestags.

Und zumindest bei weit tragenden Entscheidungen (wie die Einführung des Euro, z.B.) Volksabstimmung. Ich denke, eine größere Beteiligung der Bürger an der Demokratie wird diese stärken.

Ansonsten bin ich für weniger Staat, mehr Eigenverantwortung der Bürger. Zu lange schon ist er an der langen Leine der staatlichen Bemutterung. Der Staat sollte sich nicht zu sehr einmischen - ich denke da auch an die vielen Überwachungswünsche - sondern wirklich nur dafür Sorge tragen, dass es keine sozialen Härtefälle geben muss.

Aber im Prinzip bin ich froh, in diesem Land zu leben. Wir haben freie Meinungsäußerung (bis auf wenige Momente der Political Incorrectness) und können uns frei bewegen. Und so langsam lernt man auch, damit umzugehen. Wollen wir hoffen, dass Deutschland sich weiter positiv entwickelt. Die Grundlagen sind ja seit 60 Jahren gut.

Nibelungenschatz gefunden?

Mittwoch, April 1st, 2009
Er gilt als eine der schönsten Legenden der deutschen Geschichte, der Nibelungenschatz. Von Hagen nach seinem Mord an Siegfried im Rhein versenkt. Oder in der Donau? Oder….
Das letzte “Oder” scheint zuzutreffen. Nach dem eine stillgelegter Schacht der Zeche Walsum in Duisburg eingestürzt ist bot sich den Arbeitern vor Ort in 500 Meter Tiefe ein denkwürdiger Anblick. Zwanzig altertümliche Truhen waren in einer versteckten Höhle, die durch den Erdrutsch unter Tage freigelegt wurde, gefunden worden.
Flugs wurden Experten in das vermutlich schon seit über 100 Jahre stillgelegte Flöz gerufen, denen es nach dem öffnen der ersten Truhen die Sprache verschlug. “Das dürfte einer der bedeutensten Funde der deutschen Geschichte sein”, so Prof. Dr. Paul Dohm vom Westfälischen Institut für artifizielle Geschichtsforschung in Münster. Die vorgefundenen Münzen sind römischen Ursprung und tragen das Zeichen des Varus. Scheint sich zu bestätigen, dass der Nibelungenschatz wie viele Historiker vermuteten, tatsächlich die Beute des Arminus aus der Varusschlacht sein sollte? Noch zu früh um konkrete Aussagen zu machen, so Prof. Dohm. Zuerst müsse der Schatz geborgen werden und so schnell als möglich augewertet werden, ergänzte seine Assistentin Claudia Popeja. Immerhin eine schöne Überraschung zum Jubiläum der Varusschlacht
Erste offizielle Stellungnahmen werden auf einer Pressekonferenz am heutigen 1. April in der Bibliothek der Duisburger Akademie für zeitgenössische Geschichte, wo der Schatz auch vorläufig gelagert werden soll, erwartet.

Keine Atempause

Samstag, Februar 28th, 2009

Gechichte..sorry, Geschichte wird gemacht. Gestern war Großdemo der Landesbeamten und - beschäftigten in Düsseldorf. Und auch in anderen Städten in Deutschland - um ein Signal an die heutige Tarif-Verhandlung zu senden. In Düsseldorf waren wir etwa 10.000 Teilnehmer.
Nun, manche fragen: haben die nicht gerade erst…? Nein, die den Abschluss haben sind die Beschäftigten des Bundes und der KOmmunen. Wir hinken da gewaltig hinter her. Auch im absoluten Vergleich, übrigens. Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld… Und es soll auch was für die Beamten erstritten werden. Denn die werden von ihrem Dienstherren seit Jahren ausgebeutet. FRUST schreibt man bei uns groß - frag mal einen Polizisten, einen Arzt in der Klinik usw.
Zudem: wenn wir Opel retten wollen…. Ja, wer soll denn welche kaufen? Doch nur die, die Arbeit haben. Die benötigen aber bei der Inflationsrate und Preissteigerngen aber generell ein wenig mehr Toto im Portemonaie.
Und wenn nicht alles täuscht, und was tut es das nicht in diesen Zeiten, scheint sich eine Lösung für Opel abzuzeichnen. Da wollen wir dochmal genau schauen, was sich da wirklich tut. Die Krise, die gerne zitierte, kommt ja erst so richtig in Bewegung. Denn: Mag Opel aus dem Strudel, der GM erfasst hat, herausgenommen zu sein bleibt immer noch die Absatzkrise der Autohersteller. Die nicht nur Opel betrifft. Das heißt, Opel muss jetzt zwei gewaltige Sachen stemmen. Viel Glück und Geschick.
Tja, und der amerikanische Präsident nimmt auch langsam Fahrt auf. Ich kann zwar noch keinen Unterschied zur Bush-Politik sehen, aber es wirkt alles so optimistisch….

Ein wenig Gestern

Mittwoch, Januar 28th, 2009
Gestern war es - und heute gehe ich mal drauf ein. Friedrich Wilhelm Albert Viktor von Hohenzollern wäre 150 geworden. Richtig: Bekannt ist er als der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. Immerhin der Kaiser mit langer Amtszeit. 30 Jahre saß er auf dem Thron - das habe ich nicht mal mit massiver Verstopfung geschafft.
Durch den I. Weltkrieg hat der Ruf des Monarchen gelitten. Seine Neigung zu maßlosen Schwafelei hat auch ihres dazu beigetragen, seinen Ruf massiv zu schädigen. Seine Werke allerdings sprechen nicht zwingen gegen Wilhelm.

Wer sich ein wenig mit dem Leben des letzten deutschen Kaisers auseinander setzen möchte:
http://www.wilhelm-der-zweite.de/
http://www.preussen.de/
http://www.deutsche-kaiserreich.de/