Archive for the ‘Familie’ Category

Gekommen um zu gehen

Montag, Januar 25th, 2010

48 bin ich nun. Im Umkehrschluss also 84, macht unter dem Strich also 36. Dafür sehe ich alt aus und beantrage jetzt einen Rollator.

Man könnte es ja unter dem Motto sehen, dass wir aus der Ewigkeit gerissen wurden um die Sterblichkeit auszukosten. Ob das Leben wirklich ein Geschenk ist stellt sich meist am Ende raus. Und durch unzählige Untergangspropheten wissen wir: Das Ende ist nah. Immer und überall.

Schon zu oft wähnte ich mich am Ende. Wär hätte vor 30 Jahren allein gedacht dass ich da stehen werde wo ich heute stehe? Ich am wenigsten. Als meine Kinder mir heute morgen zum Geburtstag gratulierte war ich entsprechend gerührt. Wie jedes Jahr, in dem sie mir gratulierten. Und meist etwas Selbst gemachtes schenkten. Früher, als sie noch klein waren.

Vor 30 Jahren wollte ich keine Kinder; Familie gar. Allein weil ich Angst hatte so wie meine “Eltern” meinen Lebensfrust an sie auszulassen. Meine eigene verkorkste Kindheit wollte ich nicht an eigene Kinder übertragen – wie es ja meist passiert. Heute sind Daniel und Alina das größte Geschenk dass ich je bekommen habe. Und gewaltfrei erzogen richtig tolle Menschen geworden. Dazu eine Frau, die mich liebt und auch mit mir durch alle Tiefen gegangen ist.

Was also will ich mehr zum Geburtstag? Im alten Rom wäre ich ein alter weiser Mann gewesen. So bin ich halt nur ein alternder Sack.

Varus, Aurelius und der Rest

Freitag, August 7th, 2009

Kreuzigung vor dem Dom Xanten

Nun ist es bald 2000 Jahre her, dass Varus seine Truppen gegen Arminus ins Felde ziehen ließ. Zeit, im Urlaub mal einen Familienausflug in das Römerlager zu machen, aus dem Varus kommt: Xanten.

Hochaltar Dom Xanten

Um 10 Uhr heute Morgen gut verpackt mit Getränken und Nahrung auf die Räder und von Moers nach Xanten radeln. Über Rheinberg, Alpen und Veen. Um 13 Uhr dort eingetroffen. Und erstmal in den Dom. Bedrückend und faszinierend. Und dann in den APX, den Archäologischen Park Xanten. Inzwischen umgebaut, bzw. noch mitten drin im Umbau, werden dort die Reste römischer Bauten und im inzwischen dort eingebundenden Römischen Museum Fundstücke und Repliken ausgestellt - in einem phänomenalen Neubau, der auch die freigelegte Therme einbezieht. Zur Zeit ist dort ebenfalls eine Ausstellung über einen Centurio, der mit Varus in die Schlacht zog, und die entsprechenden Hintergrundinformationen zu sehen.

Hafentempel im APX

Um 18 Uhr ging es dann über Alpen und Kamp-Lintfort zurück nach MOers. Insgesamt gut 70 km. Gegen 21 Uhr waren wir dann zu Hause. Schöner Tag, schöne Tour. Sogar die Kids waren begeistert.

APX

Stadt Xanten

Einmal hin und zurück

Sonntag, Juli 26th, 2009

Und schon die erste kleine Tour mit meinem Sohn, von Moers nach Baerl, über den Rhein und auf Duisburger Seite dann Richtung Ruhort, durch Ruhrort und dann über Duisburg Mitte nach Rheinhausen und zurück nach Moers. Wetter war ja mal stabil gut. Hier ien Foto kurz vor Ruhrort auf dem Rheindeich:

Rheindeich Ruhrort

Putzige Katzen

Sonntag, Juni 7th, 2009

Dexter, Eiko, Harmony

 

König der Katzen - das Trio Dexter (li), Eiko (m) und Harmony (re) vertragen sich ausnahmsweise mal. Sind aber durchaus friedlich - und Dexter ist seit einiger Zeit auch wieder topfit. Nach der schweren Operation hat er sich das auch verdient.

Die Radtour von Münster nach Moers

Montag, Mai 25th, 2009

Es war eine anstregende Tour von über 12 Stunden - es hat aber Spass gemacht. Und irgendwie auch eine Vergangenheitsbewältigung. Die Tour bin ich 1977 als 15-Jähriger in 8 Stunden gefahren. Allerdings auf der Flucht vor einem brutalem Elternhaus. Nun habe ich irgendwie die Rückfahrt angetreten - und mich ein Stück mit der Vergangenheit ausgesöhnt. 

From

Münster hat sich sehr verändert - einerseits. Andererseits ist es aber immer noch faszinierend. Immer eine Reise wert - allein dort ist locker ein Wochenende einzuplanen. Die weitere Tour war nicht wirklich spannend - durchaus von landschaftlichem Reiz. Allein durch die Hohe Mark mit dem dichten Baumbestand. Aber die Route war ja vorgegeben durch die damalige Hinfahrt. Ich frage ich schon, wie ich dass als 15-Jähriger schaffen konnte - im Februar, bei Kälte und Regen. Diesmal war schönes Wetter, warm, auch Regen zwischendurch - aber ein starker Gegenwind. Die Westwinde machten die Fahrt manchmal schon arg anstrengend.

Jedenfalls war ich erleichtert, erschöpft und glücklich, als ich gegen 23 Uhr in Moers ankam.

Normal, nicht wahr?

Montag, März 16th, 2009
In Winnenden versucht man, zaghaft zur Normalität zurück zu finden. Was wird da schon Normalität sein? Gewohntes wird es nicht sein - Freunde fehlen, Horror bleibt… Die AlbertVille-Realschule schließt ihre Pforten. In dem Gebäude soll kein Unterricht mehr stattfinden. Vielleicht wird das Gebäude abgerissen. Man weiss noch nicht so genau. Die Seelsorger, Pfarrer, sind an die Grenzen ihre Glaubens angekommen - Trost spenden ohne wirklich zu trösten zu können. Wo war Gott? Warum? Alles offene Fragen.
So, wie es sich darstellt, wird es keinen wirklichen Ansatzpunkt geben, ein handgreifliches Motiv für den Amoklauf zu finden. Aber alle versuchen, eines zu finden. Nicht aktzeptabel, dass es einfach so passiert ist - vielleicht nicht einmal geplant. Spontan, weil alles zusammen passte an diesem Tag. Die Reflexe sind jedenfalls immer gleich. Killerspiele verbieten, Waffengesetze verschärfen, mehr Überwachung…
Wir haben diesbezüglich schon mit die schärfsten Gesetze - nutzte es etwas? Nein, wie man sehen konnte. Und wird es auch in Zukunft nicht. Weder Amokläufe noch Terroranschläge werden verhindert werden. Mit dieser Unsicherheit werden wir leben müssen.
Der Täter, Tim K., hat jedenfalls eines erreicht: alles konzentriert sich auf ihn und sein Leben. Aufmerksamkeit hat er villeicht auch haben wollen. Wer denkt an die Opfer und ihr Leben? Der FOCUS in seiner aktuellen Azusgabe versucht es - gibt den meisten der Opfer auf der Titelseite ein öffentliches Gesicht. Die Story aber selbst hangelt sich überwiegend am Täter und den Tatablauf lang, beschäftigt sich mit Motiven aus dem Leben. Die Opfer werden auch hier ein wenig an den Rand gedrängt. Auch wenn man etwas mehr von einigen der Opfer erfährt. Und zu denen gehören die Eltern, Freunde dazu. Bedrückend allemal.
Die Öffentlichkeit wird bald zur Tagesordnung über gehen, wird sich mit Wirtschaftskrise, Arbeitsplatzverlust und solchen Dingen beschäftigen - mit dem U-Bahn-Bau in Köln, wo ja das passiert, was vorhersehbar war. Klüngelkram also. Und in den nächsten Tagen wird der Herr Fritzl aus Amstetten die Schlagzeilen beherrschen.
Das Leben also wird wieder normal - wenn auch nicht für jeden.

Celebrate Youth

Donnerstag, Februar 12th, 2009
Eine gesunde Gesellschaft erkennt man ja vor allem daran, wie sie ihre Jugend behandelt. Welche Wertschätzung der Jugend entgegen gebracht wird entscheidet in hohem Maße auch die Zukunft einer Gesellschaft.
In Japan wird einer Kindergärtnerin ein gehöriger Respekt entgegen gebracht. Der Stellenwert einer Kindergärtnerin liegt über der eines Akademikers. Eine Kindergärtnerin oder eine Lehrerin liegt in Deutschland im Ansehen knapp unter der eines Obdachlosen Alkoholikers. Sie verdienen auch entsprechend.
Wenn man die Wertschätzung der Jugend als Maßstab nimmt, dann ist die Europäische Gesellschaft dem Untergang geweiht. Ebenso die arabisch-muslimische, die Kinder auch mal gerne als Schutzschild für Terroranschläge nutzt. Im Prinzip sind eigentlich alle Gesellschaften gefährdet - denn der Nachwuchs wird als Kostenfaktor und nicht als Chance gesehen.
Die Frage “wo kriege ich mein Kind unter” ist wichtiger geworden als die Frage “wie gebe ich meinem Kind das Beste mit auf den Lebensweg?”. In den Schulen wird intensiv über Ganztagsbetreuung diskutiert - auf den Gedanken, die Zeit mit Lehrstoff zu füllen kommt keiner. Ganztagsschule mal Ernst genommen. Verbindlich.
Und Wertevermittlung? Findet kaum noch statt. Jugend sucht sich seine eigenen Werte. Ohne Orientierungshilfe - wenn man TV und Internet mal weglässt. Und die Gesellschaft reagiert mit Unverständnis.

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die
Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und
tyrannisieren ihre Lehrer.

Das sagte kein Pädagoge von heute über die heutige Jugend - sondern Sokrates im 4. Jahrhundert vor Christus. Im Prinzip also hat sich nicht viel verändert. Gleichwohl: Es gab immer schon Abschnitte in der Menschheitsgeschichte, in der Jugend ohne Perspektive da stand.
Die Angst der Jugend nimmt zu
So übertitelt die WAZ einen Leitartikel in der Ausgabe vom 12. Februar. Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann sieht durch die Wirtschaftskrise die Zukunftschancen der Jugend erheblich verschlechtert. Und das macht die Jugendlichen unzufriedener. Zwar sein die Jugend unpolitischer denn je, so Hurrelmann, aber ein Interesse an eine gesicherte Zukunft bestehe dennoch. Geringes politisches Wissen gepaart mit schlechten Zukunftsaussichten könnten in absehbarer Zeit zu Unruhen führen. Ein Funke genüge, so der Bielefelder Sozialwissenschaftler. In wundert, dass die Jugend bislang so ruhig geblieben ist.
Und da hat der Mann recht. In anderen Ländern der EU gab es schon Unruhen. In Frankreich z.B. Und früher oder später, aber sicherlich noch innerhalb der nächsten 5 Jahre, knallt es auch hier.
Denn den Jugendlichen ist kaum mehr zu vermitteln, dass zwar Geld für Banken da ist oder für Abwrack-Prämien, aber eine Schule kein Geld für Renovierungen, Lehrmittel oder zusätzliche Lehrer hat. Dass die Industrie, das Gewerbe über einen Fachkräftemangel jammert - aber nicht genügend ausbildet.
Was aber am meisten fehlt ist eine Orientierungshilfe für die Kids. Gemeinschaftswerte, Moral, Ethik - all das wird nur noch rudimentär vermittelt. Elternhaus, Schule, Kirche, Politik: alle versagen mehr oder weniger und bieten den Jugendlichen nichts handfestes. Bald, sehr bald werden diese das aber einfordern. Wetten?

Manfred Privat

Sonntag, Januar 18th, 2009
Habe mal ein paar Tage geschlunzt im Blog. Passiert ja immer wieder Mal. Aber ich habe ja auch kein Profi-Blog.
Nun, einige wissen ja, dass es mir gesundheitlich letztes Jahr nicht so gut ging. Und dass ich inziwschen bei einer Rücken-Reha angelangt bin. So richtig Sport mit Gewichte stemmen und so… Und es tut gut. Ich fühle mich nach 10 Einheiten schon wesentlich besser. Aber es nimmt auch Zeit in Anspruch.
Dazu kommt, dass ich mich psychisch wieder fange. Depression war gestern - heute ist der Blick nach vorne angesagt. Ich möchte mich weiterbilden und habe die ersten Schritte schon unternommen. Und mit viel Glück und Können stehe ich in knapp zwei Jahren besser da…. Aus der Partei-Politik habe ich mich zurückgezogen. Das engte mich zu sehr ein. Ein ehrenamtliches Engagement habe ich mir trotzdem an die Backe geklebt: als Ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht. Bin mal gespannt, was da so auf mich zu kommt.
Na, und daher habe ich natürlich nicht immer Zeit, mal zu schreiben oder zu kommentieren. Weil, da ist ja auch noch Familie - echtes Leben ist doch wichtiger als das Virtuelle, gelle?!
Schönes Restwochenende!

Verrutscht

Donnerstag, Januar 1st, 2009
Irgendwie wird ja der Wechsel in ein neues Jahr überbewertet, oder? In einem Eintrag hat ein Blog-Freund es so kommentiert: “Der Jahreswechsel ist im kosmischen Sinne eh nur eine mehr oder weniger willkürliche Einteilung der Relation Erde / Sonne.” So oder ähnlich ist es wohl - und doch mehr.

Zeiteinteilung ist für dem Menschen wichtig geworden. Hilft ungemein bei der Orientierung. Und der Koordinierung des Miteinanders. Und so ein Jahreswechsel, wie jetzt der in unserem Kulturkreis, hat da auch sein gutes. Menschen können mit einem Jahr abschließen und Bilanz ziehen. Hoffung, dass es im neuen Jahr anders, im günstigen Fall besser, läuft, spornt an.

Heute ist zudem Weltfriedenstag. Unbeeindruckt davon ballern sich Hamas und Israel mehr als nur Sylvesterböller um die Ohren. Und auch 2009 werden Kriege, Attentate und Anschläge unzählige Menschenleben kosten. Unschön, aber Realität. Hoffnung auf Besserung ist nicht angebracht, aber breitet sich gerne aus. Weil der Mensch hoffen möchte.

Und allein die wirtschaftliche, finanzielle Zukunft… wie mag es da aussehen?! Nun, mir scheint, nicht ohne Grund kommen andere, beständigere Werte wie Familie, Freundschaft wieder. Die Menschen ziehen sich zurück auf das Private. Bestimmt. Die Zukunft scheint zu unsicher geworden zu sein. Ob man morgen noch einen Arbeitsplatz hat. Was wird aus meinem Erspartem? Und überhaupt…

Für meine Tochter ist die Ausicht, dass ihre Jugend dieses Jahr zu Ende geht, nicht so prickelt… Sie wird 13! Komische Welt. So hat jeder seine Hoffnungen und Ängste. Hoffen wir doch einfach, dass wir uns nicht verrutscht haben in diesem Jahr, sondern dass es das Tollste unseres Lebens wird.

Leben auf Tod

Freitag, Dezember 12th, 2008
Ja, eine arbeitsreiche Woche. Aber heute ist das Gröbste überstanden. Und damit finde ich auch wieder etwas Zeit, und Lust, mal etwas zu schreiben. Wenn mich nicht die Müdigkeit übermannt oder der Schmerz. Irgendwie fühle ich mich noch nicht so in Ordnung. Aber die Rücken-Reha wartet ja schon.
Aber wie heißt es so schön: wer Schmerz empfindet lebt noch. Craig Ewert lebt nicht mehr. Weil seine Krankheit ihm zu viel Schmerz bereitet hat. Er wollte in Frieden selbstbestimmt sterben wie er auch versucht hat zu leben. Sein Sterben hat er filmisch dokumentiert - ein Statement für das selbstbestimmte Sterben. Der Aufschrei von Ärztekammer und Hospizbewegung war zu erwarten. Logisch, dass sich Ärzte mit dem Wunsch zu sterben überfordert sehen. Und Hilfestellung dazu? Nun ja, das überläßt man dann lieber Todesengel wie Kusch und Co.
Und die Hospize sind sicherlich eine sinnvolle Einrichtung. Ehrenamtlich begleiten Menschen Menschen beim letzten Weg und versuchen diese so schmerzfrei wie möglich zu halten. Um die Angst vor dem Sterben zu nehmen. Da sind natürlich Menschen, die sich dem entziehen wollen und einfach(?) gehen möchten irgendwie… fremd.
Aber ist es wirklich so schlimm, wenn Menschen durch den Freitod das Leid abkürzen möchten? Oder, wie bei Kusch, vor Altersbeschwerden wie Einsamkeit flüchten wollen? Kontrovers wird diskutiert. Zu ideologisch. Aber ist es nicht eher menschlich? Oder doch Sünde? Oder was?
Ich möchte jedenfalls nicht vor einer solchen Entscheidung stehen. Ob ich mich dazu entscheiden muss, mich zu töten um schwerem Leid zu entgehen. Oder es mittragen muss, wenn meine Partnerin sich so entscheidet. Aber ohne hIlfe nicht kann. Oder..oder…
Trübsinnige Gedanken. Aber niemand wird sich entziehen können. Zum einen werden wir immer älter, was von der Natur so nicht vorgesehen war. Darum werden wir im Alter immer hinfälliger. Craig Ewert war erst 59 - aber genetisch bedingt erkrankt. Und mein Freund “Packi” hat es mit 48 erwischt. Er hat versucht, die Krankheit Krebs zu besiegen - und verloren. Er starb im Hospiz. Aber es war kein schönes letztes Jahr zwischen OP und Chemos.
Und so kreisen die Gedanken. Und die Hoffnung stirbt zuletzt…